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Teilen statt besitzen : Wie ein Leihladen in Hessen die Menschen begeistert

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Bohrmaschinen sind zum Teilen da: Florian Grünert in seinem „Leihladen“ Bild: dpa

In Hessens erstem Leihladen können Gegenstände geborgt werden. Das ist besonders praktisch, wenn Dinge nicht so häufig gebraucht werden. Die Sharing-Idee findet immer mehr Anhänger.

          Von einer Bohrmaschine bis zum Waffeleisen: Hessens erster Leihladen ist in den ersten drei Monaten seines Bestehens auf große Resonanz gestoßen. „Wir haben viel Interesse geweckt, bekommen neue Mitglieder und Spenden von Gegenständen, die sich die Menschen ausleihen können“, sagte Florian Grünert, einer der Mitbegründer des Leihladens, der am 1. Dezember in Maintal aufgemacht hatte. Grünert fügte hinzu: „Bis solch eine Idee in den Köpfen richtig angekommen ist, dauert es noch etwas. Das alles ist in der Wachstumsphase. Wir sind aber zuversichtlich und machen weiter.“

          In dem Geschäft im Stadtteil Dörnigheim können alle möglichen Gegenstände geborgt werden. In den Regalen warten Werkzeuge und Dinge für Haushalt, Garten und Freizeit auf Nutzer. Die Artikel sind auch online in einem Katalog einsehbar und können gegen ein Pfand vor Ort geliehen werden. Wer Mitglied in der Initiative werden will, muss einen halbwegs wertigen Gegenstand als Spende in die Sammlung einbringen oder zwei Euro Mitgliedsbeitrag pro Monat zahlen.

          Mittlerweile hätten sich 50 Mitglieder angemeldet, erklärte Grünert. Die Palette an Dingen zum Ausleihen sei auch durch zahlreiche Spenden von 250 auf 300 angewachsen. Am häufigsten werde eine Sackkarre geborgt, mit der man Treppen überwinden kann. Beliebt seien außerdem Puzzlespiele.

          Konsum mit Verstand soll angeregt werden

          Die Leihladen-Idee hat auch andernorts Neugier geweckt und Nachahmer animiert. „Eine Berliner Schule hat sich informiert, weil sie ein Projekt dazu machen möchte“, sagte Grünert. Auch ein Sozial-Kaufhaus aus dem nordhessischen Hofgeismar habe Interesse signalisiert. „Wir wurden auch schon zu Veranstaltungen eingeladen, um das Projekt vorzustellen.“

          Leihläden gibt es an mehreren Orten in Deutschland. Das Konzept folgt der Sharing-Idee („Carsharing“, „Bikesharing“, etc.), bei er es heißt: „teilen statt besitzen“ und „tauschen statt kaufen“.

          Für den Leihladen bieten sich Gegenstände an, die nicht ständig im Alltag gebraucht werden. Grünert erklärte: „Eine Bohrmaschine wird in einem normalen Haushalt innerhalb von vielen Jahren doch nur wenige Minuten benutzt.“ Es sei sinnvoller, die Maschine der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, statt sie daheim herumliegen und verstauben zu lassen. Der Gedanke des maßvollem Konsums mit Verstand solle angeregt werden. Gewinne möchten die ehrenamtlich tätigen Initiatoren des Leihladens nach eigener Aussage nicht einfahren.

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