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Mainfähre Mühlheim : Gemocht, aber nicht gebraucht

  • -Aktualisiert am

Vergangene Zeiten: die Mainfähre im Sommer 2019 Bild: Cornelia Sick

Die Mainfähre Mühlheim verspricht keine schwarzen Zahlen, der Fährbetrieb soll eingestellt werden. Trotzdem ist noch nicht alles verloren – wenn sich finanzielle Unterstützer finden.

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          Es spricht wenig dafür, die Mainfähre Mühlheim auf Dauer weiterzubetreiben, wenn sie – wie im aktuellen Business-Plan des Kreises Offenbach dargestellt – am Ende doch nur ein jährliches Defizit in sechsstelliger Höhe einfahren würde. Eine solche Subventionierung wäre auch nicht fair gegenüber den privaten Fährgesellschaften, die wie im nahe gelegenen Rumpenheim mit ihrem regelmäßigen Transportgeschäft tatsächlich schwarze Zahlen schreiben müssen. Und dass es geht, auch anderswo über den Fluss zu kommen, hat die bald zweieinhalb Jahre währende Zwangspause an der Fährstelle von Mühlheim nach Maintal-Dörnigheim ja längst schon bewiesen. Wenngleich das mit Umwegen und einem bisweilen sicherlich ärgerlichen Zeitverlust verbunden ist. Weil man zu Fuß oder mit dem Fahrrad den Weg zur Staustufe einschlagen oder aber mit dem Auto respektive Transporter eine der beide Mainseiten verlässlich verbindenden Straßenbrücken nehmen muss.

          Noch ist ja auch nicht alles verloren. Denn der Kreistag soll ja erst in drei Wochen entscheiden, ob die MS Dörnigheim verkauft und der Fährbetrieb bei Mainkilometer 50 nach bald 120 Jahren damit definitiv eingestellt wird. Um das jetzt noch zu verhindern, brauchte es eine gute Geschäftsidee und eine dahinterstehende Initiative von Freunden und Förderern, die sich nicht nur aktiv, sondern im Idealfall sogar finanziell einbringen möchten. Dass das kein leichtes Unterfangen ist, zeigt etwa der Blick nach Südhessen. Dort bemüht sich eine Gruppe Gleichgesinnter schon seit 2012 nach Kräften darum, die seinerzeit gekappte alte Fährverbindung zwischen dem Kühkopf bei Stockstadt und dem rheinhessischen Guntersblum zu reaktivieren. Zumindest an Wochenenden und Feiertagen sollte ein Elektrokatamaran wieder Fußgänger und Radfahrer über den Rhein bringen. Bisher fehlen den Mitgliedern des eigens dafür gegründeten Zweckverbands, die Spenden und europäische Fördergelder eingeworben haben, allerdings noch immer einige notwendige Genehmigungen.

          Ob sich ein ähnliches abgespecktes Freizeit-Fährmodell auch am Main realisieren und finanzieren ließe, wäre in der aktuellen Situation zumindest eine Prüfung wert. Für einen regulären Fährbetrieb gibt es dagegen kaum noch gute Argumente. Auch weil der Kreis, der sich ja um eine Lösung bemüht hat, erkennen musste, dass sich kaum mehr geeignete Fährleute als Pächter finden lassen. Schon gar nicht für eine Linie, die zwar emotional von vielen gewünscht, im Alltag dann aber doch nur von wenigen gebraucht wird.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

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