https://www.faz.net/-gzg-7t98i

Lufthansa vor Pilotenstreik : Gespräche mit Gewerkschaft sind gescheitert

  • Aktualisiert am

Germanwings bleibt am Boden: Alle Flüge der Lufthansa-Tochter Germanwings sollen am Freitag Vormittag an allen deutschen Flughäfen bestreikt werden. Bild: dpa

Der Streik bei der Lufthansa-Tochter Germanwings ist wohl nicht mehr abzuwenden. Neue Gespräche mit den Piloten sind geplatzt. Lufthansa verspricht, die Folgen für die Kunden nun so gering wie möglich zu halten.

          Die Verhandlungen mit den Lufthansa-Piloten sind nach Angaben des Unternehmens vom Donnerstag gescheitert. Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens sagte: „Wir sind sehr enttäuscht, dass wir den Streik nicht abwenden können. Es entsteht der Eindruck, dass für die VC der Streik bereits beschlossene Sache war“. Lufthansa und die Tochter Germanwings würden sich nun vor allem darauf konzentrieren, die Auswirkungen eines Ausstands zu begrenzen.

          Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte vor Beginn der Verhandlungen am Donnerstag Arbeitsniederlegungen angekündigt, sollten die Gespräche ergebnislos verlaufen. Demnach sollen alle Flüge der Lufthansa-Tochter Germanwings am Freitag zwischen 6.00 und 12.00 Uhr an allen deutschen Flughäfen bestreikt werden.

          Streit um Übergangsrente

          Germanwings hat in dem Zeitraum 164 Flüge an sieben deutschen Airports. An Deutschlands größtem Flughafen Frankfurt gibt es am Freitag keine Germanwings-Flüge. Der Schwerpunkt der Germanwings-Verbindungen ist in Köln/Bonn, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg und Berlin.

          Hintergrund des Konflikts bei Europas größter Airline ist der Streit um die Übergangsrente für die 5400 Piloten bei Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo.

          Im Schnitt gehen Lufthansa-Kapitäne derzeit mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand. Lufthansa will das durchschnittliche Eintrittsalter schrittweise auf 61 Jahre erhöhen. Die aktuelle Regelung zur Übergangsrente will die Airline bis 2016 beibehalten, um ausreichend Zeit für Verhandlungen zu haben.

          „Einigung war nicht realistisch“

          Cockpit hatte die Verhandlungen in der vergangenen Woche für gescheitert erklärt und Streiks angekündigt. Am Donnerstag kehrten die Kontrahenten an den Verhandlungstisch zurück. Eine Annäherung misslang jedoch.

          Ziel der Lufthansa war es, bei dem Gespräch einen Fahrplan für die komplexen Tarifverhandlungen zu verschiedenen Themen zu vereinbaren. VC erwartete hingegen die Korrektur der vom Management bislang erhobenen tiefgreifenden Forderungen. Volkens sagte laut Mitteilung: „Es ist nicht realistisch, über ein neues Modell für eine zukunftsfähige Übergangsversorgung an einem einzigen Tag eine Einigung zu erzielen“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Boris Johnson und die EU : Trotz allem – Partner

          In Brüssel hat man Boris Johnson in unangenehmer Erinnerung behalten. Dennoch sollten die „Europäer“ ihm, wo immer möglich, die Hand reichen – nur zu einem nicht.

          Schweinefleisch-Debatte : „Da wird eine Rechnung aufgemacht“

          Zwei Leipziger Kitas wollen kein Schweinefleisch mehr anbieten. Migrationsforscher Werner Schiffauer erklärt im Interview, wieso das Thema die Gemüter erregt – und inwiefern solche Beschlüsse kontraproduktiv sein können.

          Greta Thunberg in Paris : Macrons Worte sind ihr zu wenig

          Für ihre kurze Rede erhält die Klimaaktivistin in der französischen Nationalversammlung viel Applaus, besonders aus Macrons Partei – obwohl Thunberg den Präsidenten zuvor kritisiert hat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.