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Nordhessen : Sechs Luchse gesichtet

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Die Katze mit den Pinselohren kehrt nach Nordhessen zurück: Dieses Bild von einem Luchs stammt allerdings aus dem Wildpark in Hanau. (Archivbild) Bild: dpa

Langsam kehrt der Luchs nach Hessen zurück. Laut einem Bericht sind in Nordhessen vier Luchse und zwei Jungtiere gesichtet worden. Von wo sie nach Hessen kamen, da sind sich die Experten ziemlich sicher.

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          Die Wiedereinbürgerung des Luchses kommt in Hessen voran. Anhand von Fotofallen sind im vergangenen Jahr erstmals vier Tiere einzeln in Nordhessen nahe der Grenze zu Niedersachsen identifiziert worden. Dazu gehören ein fortpflanzungsfähiges adultes Männchen und Weibchen.

          Dies geht aus dem am Dienstag in Wiesbaden vom Umweltministerium vorgelegten Luchsbericht 2015 hervor. Neben den vier Exemplaren - über die beiden andern weiß man noch nicht viel - wurden auch zwei Jungtiere nachgewiesen.

          Luchs vor 150 Jahren ausgerottet

          Der Arbeitskreis Hessenluchs geht derzeit von einer einstelligen Zahl der Wildkatzen in Nordhessen aus. „Hotspot“ ist ein fast 900 Quadratkilometer großes Gebiet mit den Wäldern Söhre, Riedforst sowie dem Kaufunger Wald südöstlich von Kassel. In anderen Regionen Hessens konnte der Luchs bisher nicht nachgewiesen werden.

          Als gesichert gilt, dass es einen regen Austausch zwischen Luchsen in Nordhessen und dem Harz gibt. Im Jahr 2000 wurden im niedersächsischen Nationalpark 20 Tiere ausgesetzt, von denen einige dann Richtung Nordhessen weitergewandert sind. Es bestehe jetzt die Hoffnung, dass die Luchse sich von Nordhessen aus über die Rhön nach Thüringen und Bayern ausbreiten könnten, sagte der Sprecher des Arbeitskreises, Thomas Norgall.

          „Die Natur verbessert sich langsam“, freute sich die grüne Umweltministerin Priska Hinz. Die Luchs-Population in Hessen sei jedoch noch lange nicht gesichert. Die scheue Wildkatze wurde im Bundesland vor gut 150 Jahren ausgerottet. Ein Problem bei der Wiederansiedlung ist, dass bis zu 80 Prozent der Jungtiere in den ersten Monaten sterben.

          Luchse sind mit einer Schulterhöhe von 50 bis 70 Zentimeter etwa so groß wie Schäferhunde. Sie sind auf das Erlegen von Rehen spezialisiert. Viele junge Luchse tun sich aber schwer, Rehe zu erbeuten. An potentiellem Futter gebe es jedenfalls keinen Mangel, sagte Norgall. Im Arbeitskreis Hessenluchs arbeiten Umweltschützer, Forstleute und Jäger zusammen.

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