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Love Family Park Hanau : Politischer Rückhalt für Riesen-Technoparty

Technofans: die Zukunft Festivals „Love Family Park“ in Hanau ist ungewiss. Bild: Wohlfahrt, Rainer

Eigentlich wollen alle, dass der Love Family Park weiter in Hanau ausgerichtet wird. Aber die Entscheidung liegt beim Regierungspräsidium.

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          Die Politik in Hanau ist sich selten so einig gewesen: Die Großveranstaltung Love Family Park soll unbedingt in Hanau bleiben, heißt es nicht nur bei der SPD und der FDP nach dem Techno-Spektakel am vergangenen Wochenende, auch die CDU setzt sich für das Musikspektakel auf den Großauheimer Mainwiesen ein. Aus ihren Reihen kommt einer der maßgeblichen Sprecher der Initiative „Save the Park“, die sich angesichts der ungewissen Rahmenbedingungen vor der Veranstaltung in diesem Jahr besonders ins Zeug gelegt hat, um für den Bestand der „Raver-Party“ zu werben.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Bastian Zander, CDU-Stadtverordneter sowie Vorstandsmitglied der Jungen Union Hanau, und seine Mitstreiter von „Save the Park“ hatten sich deshalb Besonderes einfallen lassen: Sie ernannten im Vorfeld nicht nur prominente „Park-Lover“ wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), der sich in ihren Augen für den Erhalt der Veranstaltung in Hanau besonders stark macht. Sie führten außerdem gemeinsam mit dem Veranstalter „Cosmopop“ mehrere Stadtverordnetenfraktionen und Bürger am Sonntag über das Gelände. Zumindest bei den Politikern rannten sie offene Türen ein. Die Reaktionen fielen teilweise fast euphorisch aus. Es sei eine tolle Veranstaltung mit friedlich feiernden jungen Leuten, ließ beispielsweise die CDU wissen. Sie werde sich auch in Zukunft engagiert für den Verbleib des Love Family Park in Hanau einsetzen. Der Love Family Park sei das wichtigste „Techno-Event“ in Deutschland, lobt die SPD, während die FDP das „freiheitliche Lebensgefühl“ der Veranstaltung herausstellt.

          Festival zählte 20.000 Besucher dieses Jahr

          Nach Wochen der Ungewissheit, ob der Love Family Park überhaupt am ersten Juli-Sonntag würde stattfinden können, stand die Veranstaltung am Sonntag unter einem guten Stern (F.A.Z. vom Montag). Das Wetter war hervorragend, und die Besucher hatten reichlich Karten im Vorverkauf erstanden. Mit mehr als 20.000 Techno-Fans aus Deutschland und mehreren europäischen Ländern sowie einer zusätzlichen Bühne übertraf die Veranstaltung ihren bisher schon gewaltigen Rahmen. Auch die Polizei und Rettungskräfte zogen eine positive Bilanz.

          Für die Zukunft des Parks spielt dies alles aber eine untergeordnete Rolle. Ob sich das Regierungspräsidium in Darmstadt für eine Herausnahme des Geländes aus dem Naturschutzgebiet Hessische Mainauen aussprechen wird, muss sich in den nächsten Monaten herausstellen. Einen entsprechenden Antrag hatte die Stadt im Januar gestellt, entschieden ist dieser offenbar noch lange nicht. Wie der FDP-Landtagsabgeordnete Alexander Noll erfahren haben will, sind mittlerweile einige Einsprüche gegen das Vorhaben eingegangen. Kommt das Regierungspräsidium nach der Anhörung zahlreicher Institutionen und Interessenverbände zu dem Schluss, eine Herausnahme sei nicht vertretbar, wird es keinen Love Family Park in Hanau mehr geben. Eine Ausnahmegenehmigung wie in diesem und in den Jahren zuvor ist dann nicht mehr möglich. Einen alternativen Veranstaltungsort gibt es im Stadtgebiet aber nicht.

          Die Grünen enthielten sich bei Abstimmung

          Für den Antrag auf Herausnahme des Areals aus dem Naturschutzgebiet hatten seinerzeit fast alle Stadtverordnetenfraktionen gestimmt. Die Grünen allerdings enthielten sich der Stimme, bringt sie die Angelegenheit als Mitglied im Dreierbündnis mit SPD und Bürgern für Hanau doch in den Konflikt zwischen grünem Selbstverständnis und Koalitionstreue. Die Kritik an dem Vorhaben und an der Wahl des Veranstaltungsorts formulieren lautstark nach wie vor die beiden Grünen-Abtrünnigen Christa Martin und Sascha Feldes, die die Debatte um den Standort maßgeblich mit auf den Weg gebracht hatten. Die „Festwiese“ sehe nach dem Love Family Park aus wie ein abgetrampelter Fußballplatz, stellen sie fest. Der Love Family Park, das richtige Fest am falschen Ort, lautet ihr Resümee, und sie glauben sich damit mit vielen Hanauer Bürgern einig.

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