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Appell an Bundesländer : Lotto Hessen kritisiert Wildwuchs illegaler Anbieter

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Hessen vorn: Mit einem Pro-Kopf-Einsatz von knapp 101 Euro lag Hessen 2017 im Bundesvergleich deutlich vorne. Insgesamt sind die Erlöse der Lotto Hessen GmbH aber um 3,5 Prozent im Jahresvergleich gesunken. Bild: F.A.Z.

Die Reform des Glücksspielstaatsvertrags kommt nicht voran. Den staatlichen Gesellschaften verhageln illegale Anbieter das Geschäft.

          Fast 289 Millionen Euro hat Lotto Hessen im Vorjahr als Gewinne an die Tipper ausgeschüttet. Neun Lotto-Spieler im Land hätten dabei einen Millionengewinn eingestrichen, teilte Geschäftsführer Heinz-Georg Sundermann in Wiesbaden mit. Mit einem Pro-Kopf-Einsatz von knapp 101 Euro habe Hessen im Bundesvergleich deutlich vorne gelegen. Insgesamt seien die Erlöse der Lotto Hessen GmbH aber um 3,5 Prozent im Jahresvergleich auf 622,2 Millionen Euro gesunken.

          Sundermann und der Aufsichtsratschef der Gesellschaft, Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU), machten für die Entwicklung vor allem die deutliche Zunahme von illegalen Anbietern in der Glücksspielbranche verantwortlich.

          Hofft auf neuen Vorstoß zur Regelung des Glücksspielmarkts in Deutschland: Thomas Schäfer, Aufsichtsratschef von Lotto Hessen

          Während die staatlichen Lotteriegesellschaften einer Vielzahl von Vorgaben unterliegen würden, agierten illegale Glücksspielanbieter praktisch im rechtsfreien Raum. Es herrsche Anarchie statt Regelung auf dem Glücksspielmarkt.

          Als Beleg führte der CDU-Politiker die Geschäftsentwicklung in der Branche an. Das klassische Lotto sei in den vergangenen 15 Jahren um rund ein Drittel zurückgegangen, während illegale Online-Wetten aus dem Ausland auf die Lotto-Ziehungsergebnisse deutlich zulegten. Die Werbeausgaben dieser kopierenden Internetanbieter lägen mittlerweile so hoch wie die des gesamten deutschen Lotto- und Totoblocks. Bei Sportwetten verfügten die staatlichen Anbieter gerade mal noch über einen Anteil von drei Prozent des gesamten Marktes.

          Abgehängt: Der Anbieter Oddset hat seine Probleme mit dem Graumarkt.

          Insgesamt sei der Umsatz der 16 im Deutschen Lotto- und Totoblock zusammengeschlossenen Landeslotterien im Vorjahr um knapp 3,6 Prozent auf sieben Milliarden Euro zurückgegangen, teilte Schäfer mit. Seit dem Jahr 2006 sei das ein bundesweiter Rückgang von rund einer Milliarde Euro. Der Finanzminister kündigte einen neuen Vorstoß an, zusammen mit anderen Bundesländern eine Reform des Glücksspielstaatsvertrags zu erreichen. Der Versuch, die Vergabe von Sportwetten-Lizenzen in Deutschland neu zu regeln, war im Vorjahr an der Uneinigkeit der Länder gescheitert.

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