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London : Um olypischen Ruhm kämpfen auch 18 Hessen

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Gold ist ganz nah: Fabian Hambüchen. Bild: dpa

Die Leichtathleten und Schwimmer sind bei den hessischen Olympioniken in der Mehrzahl. Für sie könnte es gut laufen: Betty Heidler und Fabian Hambüchen träumen von Gold.

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          Die jüngste regionale Olympia-Meldung betrifft die Leichtathletik, genauer die 4x400-Meter-Staffel der Männer. Niklas Zender von der LG Eintracht Frankfurt kann aufgrund einer Muskelverletzung im Oberschenkel nicht starten, nachrücken für den 21 Jahre alten Medizinstudenten wird Benjamin Jonas. Auch er trägt das Frankfurter Trikot, insofern bleibt der Personaltausch mehr oder weniger in der Vereinsfamilie. Der 4x400-Meter-Staffel wird bei den Spielen in London höchstwahrscheinlich nur eine Nebenrolle zukommen; im Gesamten verteilen sich die 18 hessischen Athleten auf die Leichtathletik (9), Schwimmen (4), Schießen (2), den Modernen Fünfkampf und auf Turnen und Rudern (jeweils 1). Im Olympiafieber sind sie natürlich alle.

          Für Hammerwurf-Weltrekordhalterin Betty Heidler, die sich mit dem Olympiateam vom 28. bis zum 30. Juli im Leistungssportzentrum Kienbaum im Osten Deutschlands zu einer letzten teambildenden Maßnahme trifft, sind es nach 2004 und 2008 die dritten Olympischen Spiele. Eine Medaille hat die 28 Jahre alte Jura-Studentin noch nicht gewonnen. Darum, und nur darum geht es für sie in London. Ihr Weltrekord steht übrigens bei 79,42 Metern.

          London als letzte Chance

          Die Frankfurter 3.000-Meter-Hindernisläuferin Gesa Krause ist mit 19 Jahren das Küken unter den hessischen Leichtathleten, Irina Mikitenko vom Sportclub Gelnhausen mit 39 Jahren die Seniorin. Gesa Krause hat schon als achtjähriges Mädchen von Olympia geträumt, jetzt freut sie sich „auf ein grandioses Erlebnis“. Und Irina Mikitenko, die schon 1996 in Atlanta dabei gewesen ist? Im April wurde die Mutter zweier Kinder als schnellste nicht-afrikanische Läuferin Siebte beim London-Marathon, ihrer Generalprobe für die Spiele. „Nur bei Olympia teilzunehmen, das brauche ich nicht. Es gibt immer eine Chance“, sagt sie. Anders formuliert: Kommt Irina Mikitenko in die Nähe ihrer Bestzeit (2:19:19 Stunden) ist alles möglich.

          In und um Frankfurt herum sind in den vergangenen Monaten viele Medaillenträume gereift, auch bei Marcel Hacker von der Rudergesellschaft Germania. 35 Jahre alt ist der Einer-Ruderer mittlerweile, London ist seine letzte Chance auf den großen Coup. Ein unwiderstehliches Verlangen nach Gold verspüre er, stand in dieser Zeitung geschrieben, und damit sitzt Hacker im gleichen Boot wie der 24 Jahre alte Polizeikommissar Christian Reitz. Der Mann vom SV Kriftel hält mit 591 Ringen den Weltrekord mit der Schnellfeuerpistole. Groß ist auch die Vorfreude bei dem ehemaligen Reck-Weltmeister Fabian Hambüchen aus Wetzlar. Eine goldene Medaille, die er vor vier Jahren in Peking als Dritter verpasste, käme dem prominentesten deutschen Turner sicher recht.

          Umfrage unter den Sportlern

          Die Leichtathleten sind in der britischen Hauptstadt erst in der zweiten Woche an der Reihe, ihr Abflug steht noch bevor. Schwimmer Yannick Lebherz, groß geworden beim DSW Darmstadt und mittlerweile in Potsdam aktiv, ist bereits angekommen. „Es kann losgehen. Ein paar letzte Meter gab es heute in der Sierra Nevada in Spanien. Nun fliege ich endlich nach London rüber. Heute Abend gegen 20 Uhr Ortszeit bin ich dann hoffentlich im Olympischen Dorf“, twitterte er am Dienstag.

          Viele Frankfurter Olympiateilnehmer sind aktiv in sozialen Netzwerken, die Funktionäre eher nicht. Doch es gibt sie natürlich. Etwa die Wiesbadener Rechtsanwältin Christa Thiel, Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbundes und Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes. Oder Klaus Schormann aus dem südhessischen Roßdorf-Gundernhausen, Präsident des Weltverbandes sowie des deutschen Verbandes der Modernen Fünfkämpfer. Schormann ist zudem Mitglied der IOC-Kommission für Kultur und Olympische Erziehung.

          Wie auch der hochdekorierte Mainzer Sporthistoriker Norbert Müller. Fast das gesamte berufliche Wirken des ehemaligen Hochspringers und Hammerwerfers steht im Zeichen der fünf Ringe, in London wird er mit Studenten und Dozenten der Universität Kaiserslautern, einem „Olympic Research Team“, Umfragen im Modernen Fünfkampf und beim Boxen machen. Es sind für den 65 Jahre alten Professor seit 1972 bereits die elften Olympischen Sommerspiele.

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