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„Five Guys“ in Frankfurt : Burger und Müll

Viel Platz: Die Filiale der amerikanischen Burger-Kette „Five Guys“ Bild: Wonge Bergmann

Die Burger-Kette „Five Guys“ hat viele prominente Fans. Seit kurzem gibt es die erste Deutschland-Filiale an der Frankfurter Hauptwache. Ein Fortschritt für die Burger-Kultur ist das nicht gerade.

          Ein solches Theater hat es um ein Burger-Lokal in Frankfurt noch nicht gegeben. Als im Sommer verkündet wurde, dass die amerikanische Kette „Five Guys“ ihre erste Deutschland-Filiale an der Hauptwache eröffnen würde, setzte ein wahrer Hype ein. Die Marke mit ihren 1400 Restaurants weltweit gilt zum einen als Begründer der „Better Burger“-Welle, die seit Jahren auch hierzulande einen Buletten-Boom erstaunlichen Ausmaßes ausgelöst hat. Zum anderen – und das ist vielleicht der entscheidende Punkt – haben die „Five Guys“ einige prominente Fans, den britischen Sänger Ed Sheeran zum Beispiel. Und vor allem: Barack Obama.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Folgerichtig bildeten sich in den ersten Tagen nach der Eröffnung vor und in den Räumen der ehemaligen Parfümerie Kobberger so lange Schlangen wie einst vor dem Hollister-Shop im Einkaufszentrum „My Zeil“. Insbesondere junge Leute konnten es kaum abwarten, endlich selbst auszuprobieren, ob die vielgepriesenen Burger, Hotdogs und Pommes der Kette nun wirklich so unerhört gut schmecken, wie vor allem in der anglo-amerikanischen Welt seit Jahren behauptet wird.

          Nicht mehr überfüllt, aber immer noch laut

          Inzwischen hat sich die Aufregung ein wenig gelegt. Selbst zur Mittagszeit ist das große, rot-weiß gekachelte Lokal mit seinen gut 150 Plätzen jetzt nicht mehr so unerträglich überfüllt wie am Anfang. Aber es ist immer noch laut. Sehr laut. „Guns n’ Roses“ und andere Rocker kreischen am langen Bestell- und Zubereitungstresen so überwältigend aus den unsichtbaren Lautsprechern, dass man sein eigenes Wort kaum versteht. Geschweige denn den jungen Mann, der die Nummern der zum Abholen bereiten Bestellungen förmlich herausbrüllen muss. Dazu kommen die Arbeitsgeräusche aus der offenen Küche und das Geplauder der Gäste – in Ruhe essen kann man hier nicht.

          Zum Image der „Five Guys“ gehören die im Lokal gestapelten Kartoffelsäcke und Erdnuss-Kisten – Letztere zur freien Verköstigung der Gäste, Erstere als Beweis dafür, dass die Pommes frisch geschnitten und frittiert werden. Das sieht man den unregelmäßig geformten Fritten später tatsächlich auch an. Allerdings sind sie in der „Cajun Style“-Variante mit so viel Würzsalz überzogen, dass vom Kartoffelgeschmack praktisch nichts übrig bleibt.

          7,95 Euro kostet der Hamburger

          Das ist bei den Burgern zum Glück nicht der Fall. Die kann der Gast frei mit allen möglichen Zutaten bestücken, die Mitarbeiter hinter dem Küchentresen stellen die Einzelstücke dann je nach Wunsch zusammen. 7,95 Euro kostet der Hamburger, 9,25 Euro der Cheese- und der Baconburger und 9,95 Euro der Baconcheeseburger – aber ohne Beilagen. Für die Hotdogs müssen die Gäste zwischen 5,95 und 7,95 Euro investieren, für die Pommes zwischen 3,25 und 5,75 Euro. Sämtliche 15 Toppings für die Burger und Hotdogs sind zwar ebenso wie das Nachfüllen der Softdrinks unentgeltlich, für eine Mahlzeit kommen aber trotzdem schnell 15 Euro zusammen. Und das ist trotz der wirklich guten Qualität der saftig-rosa gebratenen Fleisch-Pattys eine ganze Menge für ein Schnellrestaurant.

          Richtig ärgerlich ist aber etwas anderes: der viele Müll, der hier wie am Fließband produziert wird. Jeder Burger wird in Alufolie verpackt, alle Bestellungen kommen in Papptüten, getrunken wird aus Pappbechern, das bereitliegende Besteck ist aus Plastik. Und weil es keine Tabletts gibt, verbrauchen die Gäste Unmengen von Papierservietten. Ein Fortschritt für die Frankfurter Burger-Kultur ist das nicht gerade.

          „Five Guys“, Zeil 127, Innenstadt, Telefon 15 34 12 60, Internet www.fiveguys.de. Geöffnet täglich von 11 bis 23 Uhr, freitags und samstags bis 24 Uhr.

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