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Literaturhaus Frankfurt : Drei Jahrzehnte voller Bücher

Blick in den Lesesaal: Er war zunächst weiß gestrichen, später wurden die Wände grün, inzwischen gibt es ein Podium. Bild: Wonge Bergmann

Romane kann man nicht nur lesen, sondern auch besprechen. Das Literaturhaus Frankfurt war eines der ersten seiner Art. Jetzt feiert es 30 Jahre im Dienst an Werk und Publikum.

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          Dreißig Jahre? Da hat sich das Literaturhaus Frankfurt klammheimlich etwas jünger gemacht. Die kleine Altersschummelei sei ihm verziehen, auch wenn die Kultureinrichtung an der Schönen Aussicht nun sogar schon seit mehreren Monaten 31 Jahre alt ist. Zu Beginn des Jahres 1991 ging es los mit Lesungen und Gesprächen, damals noch in einer Gründerzeitvilla an der Bockenheimer Landstraße, aber Anfang 2021 war niemandem nach pünktlicher Fröhlichkeit zumute. Also wird das Feiern an diesem Freitag nachgeholt, wo es ein bisschen besser zur noch sommerlich aufgehellten Pandemie-Stimmung passt.

          Florian Balke
          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Zu feiern ist der Erfolg eines einzelnen Hauses, aber auch der eines Modells. Dass angesichts von Opernhäusern, Theatern, Museen und Konzertsälen auch die Literatur eigene Häuser verdiente, getragen von privater Initiative und öffentlicher Hand, auf dass dort anderes und Geformteres geschehe als bei verstreuten Lesungen an unterschiedlichen Orten, war 1991 noch eine recht neue Idee. Das Frankfurter Literaturhaus, von Beginn an ein Verein mit heute 700 Mitgliedern, war eine der ersten Institutionen dieser Art, nach denen in Berlin und Hamburg. Heute, da die Leser daran gewöhnt sind, nicht nur Bücher, sondern auch ihre Autoren kennenzulernen, zählen die immer zahlreicher gewordenen Häuser neben Festivals und der Selbstvermarktung der Autoren zu den unverzichtbaren Antriebskräften der Buchbranche.

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