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Literatur : Kein Schlaf, Champagner

Die junge deutsche Literatur wird im März im Rhein-Main-Gebiet wieder gebührend gewürdigt. Unter anderem lesen Kathrin Röggla und Silke Scheuermann. Und Peter Heusch setzt seine Proust-Tradition fort.

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          Die junge deutsche Literatur wird im März im Rhein-Main-Gebiet wieder gebührend gewürdigt. Und wenn Kathrin Röggla nicht gerade mit Günter Grass durch den Jemen reist, um gemeinsam mit Judith Hermann und Ingo Schulze den wißbegierigen Studenten dort Fragen über ihre Heimat zu beantworten, dann liest auch sie: im Literaturhaus Frankfurt stellt sie am Dienstag, 30. März, um 20 Uhr ihren experimentellen Text "Wir schlafen nicht" vor, der von der Welt der New Economy berichtet, von unter Leistungsdruck und Konkurrenz leidenden Figuren. Im Frankfurter Literaturhaus schließlich kommt morgen, 10. März, um 20 Uhr mit Silke Scheuermann eine Lyrikerin zu Wort, die schon 2001 für ihre "Eigenständigkeit des Tonfalls" mit dem Leonce-und-Lena-Preis ausgezeichnet wurde.

          Katharina Deschka

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Autor präsentiert unfertige Arbeit

          Noch einen Dichter wagt das Frankfurter Literaturhaus in diesem Monat zu präsentieren: Mit Les Murray kommt am Montag, 29. März, um 20 Uhr einer der bedeutendsten Autoren Australiens in die Stadt am Main. Und er hat diesmal nicht Gedichte im Gepäck, sondern seinen gerade in deutscher Sprache im Ammann Verlag erschienenen Roman in Versen, "Fredy Neptune". Außerdem stellt Margit Schreiner am Donnerstag, 11. März, um 20 Uhr im Hessischen Literaturforum im Mousonturm mit dem Roman "Heißt lieben" das Abschlußwerk ihrer illusionslosen Familientrilogie der Trennungen vor.

          Wie ein literarisches Werk entsteht, davon gewinnt der Leser vielleicht eine Ahnung, indem er einen noch unvollendeten Text zu sehen bekommt. Freilich geben nicht viele Schriftssteller gerne ihre unfertige Arbeit preis, doch Christoph Geiser geht das Risiko ein. Am Donnerstag, 18. März, um 20 Uhr liest der mit seinen Romanen "Grünsee" und "Brachland" bekannt gewordene Schweizer Autor in der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt aus seinem noch nicht veröffentlichten Roman. "Desaster" handelt von den "abgewickelten Utopien" des 20. Jahrhunderts.

          Proust zum 100. Male aus dem Munde von Heusch

          Nicht zuletzt gibt es zwei Jubiläen zu feiern: Der Manesse Verlag Zürich wird 60 Jahre alt und veranstaltet Lesungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Prominente stellen dabei ihren Lieblingsklassiker aus der Manesse Bibliothek der Weltliteratur vor - in der Frankfurter Romanfabrik ist dies am Dienstag, 30. März, um 20.30 Uhr Roger Willemsen, der unter anderem aus Italo Svevos "Senilitá", Nikolaj Gogols "Meistererzählungen", Gottfried August Bürgers "Münchhausen", Anatole Frances "Die rote Lilie" und Knut Hamsuns "Königin von Saba" liest.

          Eine Salonatmosphäre mit Klaviermusik und Champagner wäre passend, wenn am Freitag, 19. März, um 22 Uhr Peter Heusch zum 100. Mal Marcel Proust vorträgt. Schon seit 1994 liest der Schauspieler, Regisseur, Synchronsprecher und Dozent im Literaturhaus Frankfurt jeden dritten Freitag im Monat aus dem Romanzyklus "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" - zuverlässig, ohne je eine Lesung ausfallen zu lassen und mit großer Leidenschaft für den Autor und sein Mammutwerk. Eine Begeisterung, die seine treuesten Fans teilen: Unter ihnen gibt es einige, die sich von Anfang an keine Lesung entgehen ließen.

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