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Limburger Generalvikar Rösch : „Ob Bischof Tebartz-van Elst zurückkommt, ist noch immer offen“

  • Aktualisiert am

Mit Freude bei der Arbeit in Limburg: Generalvikar Wolfgang Rösch, der den umstrittenen Bischof Tebartz-van Elst vertritt Bild: dpa

Warten auf die Klärung durch Rom: Der Limburger Generalvikar Wolfgang Rösch im Interview über die Krise des Bistums, Bischof Tebartz-van Elst und Geschick beim Reparieren.

          Herr Generalvikar, wie fühlen Sie sich in Ihrem Amt?

          Mir macht es richtig Spaß. Ich hatte erst Bedenken, dass die Aufgabe mich der Seelsorge und dem Kontakt mit Menschen entzieht. Aber im Ordinariat gibt es viele gute Mitarbeiter, und es macht Freude, ihnen Freiraum zu geben, so dass sie ihre Begabungen entfalten können. Außerdem mag ich unser Bistum, und ich merke, dass es wieder in eine neue Sicherheit hineinkommt. Wobei die Frage, ob Bischof Tebartz-van Elst zurückkommt oder nicht, noch immer offen ist.

          Das heißt, auch Sie leben in einem Schwebezustand?

          Absolut. Aber damit kann ich gut umgehen. Und wir können gemeinsam viel gestalten und ordnen. Ich habe mich beispielsweise dazu entschieden, von Wiesbaden nach Limburg zu ziehen, in eines der Domkapitularenhäuser. Ich wohne zwischen Weihbischof Dr. Löhr und Domdekan Dr. Geis.

          Spielen wir die Szenarien durch: Kommt der Bischof zurück, bleiben Sie Generalvikar.

          Kommt er nicht zurück, dann gibt es auch keinen Generalvikar, denn dieses Amt ist an das Bischofsamt gekoppelt. Im Fall der Sedisvakanz wählt das Domkapitel einen Administrator, es sei denn, der Vatikan setzt einen Koadjutor ein.

          Sie könnten dann der Administrator werden?

          Ja, das ist möglich, wenn ich gewählt werde.

          Als der Bischof Sie fragte, ob Sie sein Generalvikar werden wollten, hatten Sie gezögert.

          Ja, das stimmt. Das war Anfang Oktober, also bevor ihm eine Zeit außerhalb der Diözese gewährt wurde. Der Bischof kannte mich eigentlich gar nicht so gut, aber ich hatte mich vorher in dem Streit um ihn nicht positioniert, und er hat gemerkt, dass ich Vertrauen in der Diözese genieße. Ich wurde dann ja kurzfristig direkt von Rom eingesetzt. Dadurch wurde mein Amtsantritt viel turbulenter, aber ich habe von Anfang an eine sehr große Offenheit und konstruktive Atmosphäre erlebt.

          Wie laufen die Absprachen mit Rom konkret ab?

          Zuständig ist die Kleruskongregation. Dort gibt es zwei auch für uns zuständige Mitarbeiter, beides Deutsche. Wir sammeln alle wichtigen Fragen und stellen sie ihnen. Rom ist wichtig, dass die Diözese handlungsfähig bleibt und sich stabilisiert. Auf der anderen Seite ist mir nicht immer klar, wer letztlich die Entscheidung für das Bistum und den Bischof treffen wird - der Papst selbst, der für Bischöfe zuständige Präfekt oder andere Würdenträger.

          Interessiert sich Rom denn nur dafür, dass das Bistum Limburg gut verwaltet wird?

          Wir bringen dort auch andere Dinge ein. Viele aus dem Bistum führen direkte und offene Gespräche im Vatikan und sprechen etwa über ihre Vorstellungen über die Zukunft des Bistums oder die vergangenen Monate. So beispielsweise Weihbischof Dr. Löhr und auch ich. Die ganze Situation in der Diözese ist komplex. Ich glaube, dass es durchaus auch eine Kampagne gegen den Bischof als Person gab, aber nicht die ganze Kritik war eine Kampagne. Was auffällt: Es gibt derzeit eine ganz andere Kampagne, mit der die Diözese beschädigt wird. So, als läge die Krise an der Art unseres Bistums.

          Darüber kann man ja durchaus reden.

          Ja, das Bistum Limburg hat seine Geschichte und sein Selbstbewusstsein. Das liegt auch daran, dass das Rhein-Main-Gebiet mit seiner speziellen, säkularen Prägung zu uns gehört. Aber deswegen sind wir nicht theologisch renitenter als andere Diözesen. Das Bistum Limburg ist nicht unkatholisch.

          Aber es gibt im Bistum seit Jahrzehnten schon einen antirömischen Impuls.

          Dem widerspreche ich.

          Und was ist mit den Konflikten über die Synodalordnung unter Bischof Kempf und über die Schwangerenkonfliktberatung unter Bischof Kamphaus? Dann kommt ein Mann wie Tebartz-van Elst, der sich stark an Rom orientiert, und der zieht die Pfeile auf sich.

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