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Limburger Bischof : Nicht für Türkei-Sieg beten

Beten für einen militärischen Sieg: Limburgs Bischof Georg Bätzing kritisiert die Vereinnahmung Gottes. Bild: Michael Kretzer

In deutschen Moscheegemeinden sollen Gläubige für den Sieg der türkischen Armee in Nordsyrien gebetet haben. Der Limburger Bischof kritisiert eine solche Vereinnahmung Gottes.

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          Der Limburger Bischof Georg Bätzing kritisiert offizielle Gebetsaufrufe für den Sieg der türkischen Armee im Konflikt mit den Kurden in Nordsyrien. „Mit großem Befremden müssen wir erleben, dass in deutschen Moscheegemeinden Gott für einen Krieg in Anspruch genommen wird, der die Menschen in Syrien in einen neuen Abgrund von Hass und Gewalt stürzt und die Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staats wiederbeleben könnte“, äußerte Bätzing, der innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz für den Dialog zwischen den Religionen zuständig ist.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Bischof verwies auf den Präsidenten der türkischen Religionsbehörde. Dieser habe die Gouverneure und Muftis in der Türkei angewiesen, dafür Sorge zu tragen, „dass in allen Moscheen für den Sieg der türkischen Armee gebetet wird“. Die Anweisung werde auch in deutscher Sprache verbreitet und „glaubwürdigen Medienberichten zufolge auch in Deutschland befolgt“. Weiter sagte Bätzing, der politische Konflikt zwischen Türken und Kurden werde schon seit Jahren auch in Deutschland ausgetragen.

          „Gebete für den Sieg der türkischen Armee laden diese Auseinandersetzung mit religiöser Sprengkraft auf.“ Sie lieferten eine Legitimation, die Religion nicht geben dürfte, erläuterte der Bischof und fügte hinzu: „Angesichts gewaltsamer Ausschreitungen in unseren Städten bitte ich die Verfechter türkischer wie kurdischer Anliegen in Deutschland dringlich um Mäßigung.“

          Die Türkei will auf Wunsch ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdogan jenseits der syrischen Grenze eine etwa 35 Kilometer breite und 500 Kilometer lange Zone schaffen, in der sich keine kurdischen Milizen aufhalten dürfen.

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