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Abschied aus Landtag : „Lieber Genosse Rentsch“

  • Aktualisiert am

Abgang: Florian Rentsch verlässt den Landtag Bild: dpa

Zu seiner letzten Rede im Landtag bringt Florian Rentsch seine Frau und seine Tochter mit. Der FDP-Politiker hebt vor seinem Wechsel in die Wirtschaft die Wichtigkeit der politischen Arbeit und Auseinandersetzung hervor.

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          Hessens FDP-Fraktionschef Florian Rentsch ist bei seinem letzten Auftritt im Parlament mit kräftigem Applaus und launigen Worten seiner Kollegen verabschiedet worden. „Ich habe selten so viel Applaus zu Beginn einer Rede bekommen“, sagte der sichtlich ergriffene 42-Jährige am Mittwoch in Wiesbaden. „Ich habe die 14 Jahre hier mit viel Freude gearbeitet und großen Respekt vor jedem Einzelnen hier.“ Rentsch legt sein Abgeordnetenmandat Mitte Mai nieder und wird zum 1. Juli neuer Vorstandschef des Verbandes der Sparda-Banken, einem genossenschaftlichen Prüfungsverband.

          Mit der Anrede „Lieber Genosse Rentsch“, eröffnete daher auch Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) seine Rede, in der er die Kritik des FDP-Politikers an der Industriepolitik von Schwarz-Grün in einer mit Anekdoten und Seitenhieben gespickten Erwiderung zurückwies. Wie auch die Redner aller anderen im Landtag vertretenen Fraktionen wünschte Al-Wazir seinem politischen Kontrahenten viel Erfolg in dessen neuen Job. Die beiden Politiker hatten sich im Parlament viele rhetorischen Schlachten geliefert.

          In seiner Abschiedsrede forderte Rentsch mehr Investitionen in den Industriestandort Hessen. „Unser Ziel muss es sein, das Potenzial Hessens voll auszuschöpfen und unser Bundesland wieder zum Innovationsführer zu machen“, betonte der Fraktionschef. Dazu müsse es dringend höhere Investitionen in die Bundes- und Landesstraßen geben und der Frankfurter Flughafen gestärkt werden. Der Liberale machte sich zudem für die Abschaffung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und eine Digitalisierungsoffensive stark. Redner von CDU, SPD, Grünen und Linken wiesen die Forderungen der Liberalen zurück.

          Wer Rentsch als Vorsitzender der sechsköpfigen FDP-Landtagsfraktion nachfolgt, ist noch offen. Die Liberalen hatten 2013 nur ganz knapp die Fünf-Prozent-Hürde übersprungen und den Wiedereinzug in den hessischen Landtag geschafft.

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