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„Letzte-Hilfe-Kurs“ : Ratgeber für ratlose Angehörige

„Wir sind in der Unsicherheit vereint“: Ingmar Hornke (links) und Boris Knopf Bild: Frank Röth

Wer sagt, dass der Tod nicht nach Leben schmecken darf, nach Apfelwein oder nach Schlagsahne? Den Umgang mit Sterbenden lehrt der „Letzte-Hilfe-Kurs“ eines Arztes und eines Pflegers.

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          Die Mama will nicht mehr leben. Das zumindest hat sie verkündet und in den vergangenen Wochen immer weniger am Alltag teilgenommen. Stattdessen hat sie der guten alten Zeit nachgetrauert und auf den Tod gewartet. Der kam nicht. Weder am Montag noch am Dienstag oder Mittwoch. Am Donnerstag hatte sie die Warterei dann satt. Wenn selbst der Tod sie vergesse, so ihre Devise, könne sie auch noch Pläne schmieden. Sie verlangte einen Rollator – und mehr Besuch.

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Der Sohn, bereits Anfang 70, atmete erleichtert auf. War schließlich nicht mehr auszuhalten, mit der lebensmüden, aber körperlich eigentlich doch so agilen Mama. Den Rollator bestellte er im Internet. Expressversand. Seither steht die Gehhilfe ungenutzt in der Ecke. Denn seit Freitag will die Mama wieder sterben. Wenn der resolute Mann über seine Mutter erzählt, versucht er erst gar nicht, seinen Unmut zu verbergen. Genau deshalb ist er ja hierher gekommen. Um seiner 95 Jahre alten Mutter endlich wieder verständnisvoller, ja würdevoller, entgegenzutreten. Denn eigentlich schätzt und liebt er sie ja, die betagte Mama. Wäre da nicht die Sache mit dem Todeswunsch, der das bisschen Restleben, das ihr noch bleibt, überschattet. Gerhard, der, wie alle in dieser Geschichte, nur mit Vornamen genannt wird, hofft, in einem „Letzte-Hilfe-Kurs“ Rat zu finden.

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