https://www.faz.net/-gzg-9jal2

Lesung im Schauspiel Frankfurt : Elsa, ich liebe dich

Wolf Haas: liest am 5. Februar im Schauspiel Frankfurt aus seinem neuen Roman „Junger Mann“. Bild: Gerry Nitsch

Die drei von der Tankstelle: Wolf Haas liest in Frankfurt aus seinem Roman „Junger Mann“. Ein junger Tankwart will darin für die schöne Elsa hungern und reist mit ihrem Mann im LKW.

          Bei uns im Bad hing ein Garfield-Cartoon, in dem der Kater einen seiner vielen Zweikämpfe mit der Waage ausfocht. Auseinandersetzungen, die er im Gegensatz zu denen mit seiner heißgeliebten Lasagne stets verlor. Nur diesmal nicht. Nachdem ihm die Waage zusätzlich zur Zählung der Pfunde einmal mehr ein paar ausgesucht demütigende Scheußlichkeiten an den Kopf geworfen hat, steigt Garfield mit sehr spitzen Spikes zurück auf die Waagfläche. Und wer jault jetzt? Eben.

          Florian Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Titelheld des neuen Romans von Volker Haas tut heroisch das, wozu Garfield nie in der Lage war. Er nimmt ab. Von 93 auf 78 Kilo will sich der knapp 14 Jahre alte Aushilfstankwart in „Junger Mann“ herunterhungern. Und das alles nur, weil er an der Tankstelle hinter der Windschutzscheibe Elsa gesehen hat. Die ist zwar mit Tscho verheiratet, der mit seinem Lastwagen in ferne Länder fährt und es bis nach Teheran schafft, hat aber trotzdem nichts gegen einen heftigen Flirt mit dem verliebten jungen Mann an der Zapfsäule.

          Endlich wieder kein Krimi

          Die Liebe ist eben der Treibstoff, der die Welt zusammenhält, gerade für junge Männer, die beides erst entdecken. Und an Elsas Seite wie bei Wagner der starke Lohengrin sein wollen. Das neue, im Herbst bei Hoffmann und Campe erschienene Buch von Wolf Haas, das der Autor am Dienstag im Schauspiel Frankfurt vorstellt, ist dabei endlich einmal wieder kein Kriminalroman. So wie es die zahlreichen Bestseller der Reihe um den Polizeibeamten und Privatdetektiv Simon Brenner waren, die der 1960 in Maria Alm am Steinernen Meer geborene Haas zwischen 1996 und 2014 vorlegte, zum Entzücken seiner Fans und zur Befriedigung der Gefühle älterer Leser, denen das Verbrechen und skurrile Männlichkeit die Welt zusammenzuhalten scheinen.

          „Junger Mann“ wirkt demgegenüber etwas frischer und erinnert eher an den Band „Das Wetter vor fünfzehn Jahren“, der 2006 ein großer Erfolg war. Im Schauspiel Frankfurt, in dem vor zehn Jahren eine Bühnenadaption des Brenner-Krimis „Komm, süßer Tod“ und ein Jahr später eine Fassung des Folgebandes „Silentium!“ zu sehen war, ist Haas jetzt selbst zu hören. Und wird davon erzählen, wie der junge Mann mit Tscho auf Fahrt geht. Und was aus der Liebe wird, wenn die Zeit voranschreitet. Auch wenn die Pfunde schmelzen. Noch gibt es Karten.

          WOLF HAAS: 5. Februar, 19.30 Uhr, Schauspiel Frankfurt

          Weitere Themen

          Feuer löst Stromausfall aus

          Neu-Isenburg : Feuer löst Stromausfall aus

          Fast ein Zehntel der Neu-Isenburger Einwohner mussten kürzlich auf ihren Strom verzichten. Denn durch einen Brand kam es zum Ausfall. Der Ursprung des Feuers war nicht sofort auffindbar.

          Pfefferspray-Attacke in Linienbus

          Marburg : Pfefferspray-Attacke in Linienbus

          In einem Marburger Linienbus wurden mehrere Menschen bei einer Pfefferspray-Attacke verletzt. Der Hintergrund der Tat ist unklar. Die Polizei hat Verdächtige festgenommen.

          Topmeldungen

          Schlechte Laune im Osten? Das stimmt nicht so ganz.

          Ostdeutschland : Woher die schlechte Laune?

          Steht es dreißig Jahre nach dem Ende der DDR wirklich so schlimm mit der deutschen Einheit und dem Osten? Nein. Die krasse Fehleinschätzung hat auch etwas mit denen zu tun, die heute die politische Meinung im Osten mitprägen.
          Pendler auf der London Bridge

          Mobilität : Wie London die Verkehrsflut meistert

          Die größte Stadt Europas baut ihr Bahnnetz aus und nutzt Big-Data-Analysen, um die U-Bahn zu verbessern. Ein anderes Verkehrsmittel soll hingegen aus der City verbannt werden – und das schon diesen Sonntag.
          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.