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Darmstädter Stadtfotografin : Die Stadt im Schwebezustand und als Bühne des Lebens

  • -Aktualisiert am

Dokumentiert: Anna Lehmann-Brauns vor dem Landesmuseum in Darmstadt Bild: Helmut Fricke

Anna Lehmann-Brauns ist als neue Stadtfotografin auf der Suche nach Darmstadts „kultureller Mitte“ - in Szene gesetzt durch besonderes Licht. Am liebsten hat sie die Stadt für sich allein.

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          Wer könnte der einstigen Residenz- und heutigen Wissenschaftsstadt Darmstadt besser den Spiegel vorhalten als jemand von außen, mit unverbrauchtem Blick? Diese Aufgabe liegt vor Anna Lehmann-Brauns. Die Berliner Fotografin wurde im November von der Werkbundakademie Darmstadt zur elften Darmstädter Stadtfotografin gekürt. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert, zudem wird es Anfang 2018 eine Ausstellung und einen Katalog geben.

          Ein Jahr lang darf sich Lehmann-Brauns nun mit ihrer Mittelformatkamera auf die Spuren der „typischen Darmstädter kulturellen Urbanität“ begeben. Man erwartet von ihr „deutlich neue Ansichten“ auf die „Kulturelle Mitte Darmstadts“, womit das zu Fuß gut erreichbare Areal rund um den Luisenplatz gemeint ist.

          Kulturelle Mitte im Fokus

          In stillen, ruhigen Bildern, so sagt Lehmann-Brauns, wolle sie „den Ist-Zustand einer Stadt und einer Gesellschaft festhalten, die im ständigen Wandel begriffen ist“. Und herausfinden, was Darmstadt heute ausmacht, „wie sich beispielsweise die altehrwürdige Architektur Mollers mit modernen Einkaufstempeln und Döner-Buden mischt“.

          Als Stadtfotografin steht sie in einer langen Tradition. Denn Fotografie war in der einhundertjährigen Geschichte des Deutschen Werkbundes schon immer ein wichtiges Medium. Allerdings wählten nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch wenige Fotografen Architektur und Städtebau zu ihrem Arbeitsschwerpunkt. Der Werkbundakademie Darmstadt missfiel das. Sie wollte das „bildnerische Mittel schlechthin“ mehr würdigen und schrieb deshalb auf Initiative ihres damaligen Vorsitzenden Jochen Rahe 2001 den Fotografiepreis „Darmstädter Stadtfotograf/in“ aus. Während sich Mainz, Dresden und der Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim einen „Stadtschreiber“ leisten, gönnt sich Darmstadt seitdem einen eigenen „Stadtfotografen“.

          Franziska von Gagern, Anja Behrens, Alexander Romey, Waldemar Salesski und andere konnten sich in den vergangenen Jahren schon professionell mit den räumlichen und architektonischen Besonderheiten der Stadt auseinandersetzen. Dieses Jahr steht die kulturelle Mitte im Fokus. Seit 2010 verfolgt die Werkbundakademie mit einem Arbeitskreis das Ziel, die Darmstädter Innenstadt attraktiver zu machen und eine lebendige Stadtkultur zu fördern.

          „Zentrum des Jugendstils“

          Das rasant wachsende Darmstadt habe viel Potential, die Künste wohnten immer noch hier, doch brauchte die Stadt dringend Anregungen für ihre weitere Entwicklung, sagen Jochen Rahe, Vorstand der Werkbundakademie Darmstadt, und Friedhelm Kühn, Sprecher der Agenda-21-Themengruppe Stadt-Gestalt. Mit weiteren Mitstreitern haben sie deshalb vor einigen Jahren den Faltplan „DA+ Kulturelle Mitte Darmstadt“ herausgegeben. Sie wollen Perspektiven für die Stadt erarbeiten und fordern mehr Bürgerbeteiligung an städtischen Bauvorhaben. Kulturorte sollten stärker in den Mittelpunkt rücken und miteinander verbunden werden, beispielsweise über Schilder und Wege sowie Grünanlagen, um ein Gegengewicht zur „kommerziellen City“ zu bilden.

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