https://www.faz.net/-gzg-9jc56

Spielwaren : Lego lenkt in Streit mit Händler ein

Thomas Panke (Held der Steine): Ausgerechnet mit seinem besten Marken-Botschafter hatte sich der Lego-Konzern Anfang des Jahres angelegt: Dem Frankfurter Klemmbausteine-Händler Thomas Panke wurde untersagt, wegen Verwechselungsgefahr einen Stein mit Noppen weiterhin als Logo für seinen Youtube-Kanal „Held der Steine“ zu verwenden. Dem unerschrockenen Jungunternehmer, der in seinen Videos Lego-Modelle schonungslos auseinandernimmt, konnte der Streit jedoch nicht viel anhaben. Im Gegenteil: Panke machte die Sache öffentlich und sammelte auf Youtube noch mehr Fans ein. Die wissen jetzt, dass auch die Chinesen gute Spielsteine haben – und kommen am Wochenende in Scharen in Pankes Lädchen nach Sachsenhausen. (hoff.) Bild: dpa

Thomas Panke alias „Held der Steine“ darf weiter sein Logo verwenden. Das dänische Unternehmen Lego hatte den Frankfurter Spielwaren-Händler und Youtube-Star aufgefordert, sein Logo zu löschen.

          1 Min.

          Lego will den Streit mit dem Frankfurter Spielwaren-Händler und Youtube-Star Thomas Panke alias „Held der Steine“ offenbar beilegen. Wie die Fachzeitung „Horizont“ berichtet, hat der Deutschland-Chef des Unternehmens aus Dänemark, Frédéric Lehmann, eine Pressekonferenz während der laufenden Spielwarenmesse in Nürnberg zu einer Entschuldigung genutzt. Demnach gab er Fehler im Umgang mit Panke zu. Lego hatte sich in der vergangenen Woche im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schon ähnlich geäußert.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Panke, dessen Youtube-Kanal rund 200.000 Spielwaren-Fans abonniert haben und dessen Videos mitunter mehr als eine Million Mal angesehen wurden, war per Brief von einem Anwaltsbüro aufgefordert worden, sein Logo zu löschen. Dabei handelt es um einen angedeuteten Lego-Stein. Die Anwälte des Konzerns begründeten ihren Vorstoß mit dem Hinweis, der Stein führe zu Verwechslungsgefahr.

          „Wir hätten besser einmal den Telefonhörer in die Hand nehmen sollen“

          Der Betreiber des Ladens „Held der Steine“ zeigte seine Enttäuschung über das Vorgehen des Unternehmens in einem seiner Youtube-Videos, in denen er unter anderem Lego-Produkte vorstellt und oft konstruktiv kritisiert. Daraufhin traf Lego ein Shitstorm: Viele Nutzer regten sich über die Forderung der Dänen auf. Vor diesem Hintergrund sagte der Deutschland-Chef am Mittwoch laut „Horizont“ in Nürnberg: „Wir haben in diesem Fall nicht richtig kommuniziert. Wir hätten besser einmal den Telefonhörer in die Hand nehmen sollen, statt sofort Briefe zu schreiben.“ An seiner grundlegenden Meinung habe sich aber nichts geändert, Lego sei eine weltweite Marke, die geschützt werden müsse. Zum Vorwurf, Kritik an Lego verhindern zu wollen, sagte er: Das Unternehmen schätze offene und ehrliche Rückmeldungen – und das solle auch in Zukunft so bleiben.

          Die Rolle rückwärts im Streit mit dem Frankfurter Produktetester und Influencer, der mit seiner hohen Reichweite die Meinung vieler Fans beeinflusst, kommt in einer Zeit besserer Geschäfte von Lego in Deutschland. Wie Lehmann in Nürnberg erläuterte, stieg der Marktanteil der Dänen im vergangenen Jahr um 0,4 Punkte auf 17,2 Prozent. Der Umsatz sei gleichzeitig auf das höchste Niveau gestiegen, das die Firma in Deutschland jemals gesehen habe: „Wir sind über das gesamte Jahr gewachsen, nicht nur über das Weihnachtsgeschäft.“ Auch für 2019 sehe er Wachstum. Absolute Zahlen nannte der Konzern im Familienbesitz aber nicht.

          Weitere Themen

          Spielverderber Lego

          Streit um Steine : Spielverderber Lego

          Wieder einmal geht Lego juristisch gegen kleine Händler vor. Nach dem „Held der Steine“ aus Frankfurt will der Spielsteine-Konzern aus Dänemark nun Bluebrixx aus Flörsheim das Spiel verderben.

          Topmeldungen

          Armin Laschet, der neue Parteivorsitzende einer gespaltenen CDU.

          Neuer CDU-Vorsitzender : Mit Laschet auf Nummer Sicher

          So eindeutig Armin Laschet sich gegen Friedrich Merz durchsetzen konnte, so gespalten bleibt die Partei. Laschet wird die Kanzlerkandidatur ansteuern. Die Entscheidung darüber fällt in den Landtagswahlen.

          Panne bei CDU-Parteitag : „Das Mikro stand auf Grün“

          Hans-Werner Adams war der heimliche Star des CDU-Parteitags – obwohl er gar nichts gesagt hat. Im Interview spricht der CDU-Delegierte über Probleme mit der Technik, Fassbier – und seine Meinung zum Ausgang der Wahl zum Vorsitzenden.

          Nach Niederlage : Merz will Wirtschaftsminister werden

          Die Wahl um den CDU-Parteivorsitz hat Friedrich Merz verloren. Dem Sieger Armin Laschet hat er nun angeboten, als Wirtschaftsminister in die Bundesregierung einzutreten – und zwar in die jetzige. Die Kanzlerin will ihr Kabinett allerdings nicht umbilden.
          Herzenswunsch: Im Sommer werde er sich erfüllen, meint der Prognostiker.

          Vorhersagen zu Corona : „Im Sommer ist der Spuk vorbei“

          Roman Hagelstein entwickelt Prognosen und gilt als Vorhersage-Spezialist. Er ist sich sicher: Schon bald können wir wieder ein annähernd normales Leben führen – und auf lange Sicht wird Corona für mehr Gesundheit sorgen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.