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Leben mit Multipler Sklerose : Die Diagnose immer im Hinterkopf

  • -Aktualisiert am

Offener Umgang: Stephanie Held möchte anderen MS-Kranken Mut machen. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Angst vor dem nächsten Krankheitsschub bestimmt das Leben vieler Patienten mit Multipler Sklerose. Entmutigen lassen wollen sie sich davon nicht.

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          Zwei Stufen führen zum Eingang von Stephanie Helds Wohnung. Ein Kraftakt, sie zu erklimmen. In ihrem Alltag nutzt Held oft Nordic-Walking-Stöcke als Gehhilfen. Sind ihre Beine zu schwach, muss sie sich an manchen Tagen mit Hilfe eines Rollstuhls fortbewegen. Die Treppenstufen vor ihrer Wohnungstür werden dann zu einem schier unüberwindbaren Hindernis. Sie sammelt dann all ihre Kraft, steht auf, geht die wenigen Meter. Das ziehe oft verblüffte Blicke auf sich, sagt Held. Die 34 Jahre alte Frankfurterin leidet an Multipler Sklerose (MS) und ist eine der Gründerinnen der Selbsthilfegruppe „HaMSter“ für junge Erkrankte aus dem Rhein-Main-Gebiet. Sie engagiert sich zudem im Vorstand der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Hessen.

          Auch Nina Wüste ist Mitglied der Gruppe. Da sie ihre MS-Diagnose nur ihrem engsten persönlichen Umfeld mitgeteilt hat, will sie nicht mit ihrem echten Namen in der Zeitung stehen. Die Folgen der Krankheit sind ihr nicht anzusehen. Sie war 19 Jahre alt, als die ersten Symptome auftraten. Nach dem Aufwachen habe sie plötzlich doppelt gesehen, erinnert sie sich. Bei einer MRT-Untersuchung wurde eine Sehnerventzündung festgestellt. „Ich war gerade daheim ausgezogen und dachte, mein Leben würde jetzt beginnen“, erzählt sie. Die Diagnose sei erst einmal ein Schock gewesen. Sie habe zwar nie das Gefühl verspürt, durch die Erkrankung etwas verpasst zu haben. Ihre Vorstellung vom Leben sei jedoch geprägt von der Angst, abermals einen Krankheitsschub durchleben zu müssen.

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