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FSV Mainz 05 : Ein Nationalspieler als Einsteiger

  • -Aktualisiert am

Brust raus: Leandro Barreiro hat guten Grund, selbstbewusst aufzutreten. Bild: Imago

Der 19 Jahre alte Leandro Barreiro ist nicht nur ein Sprach-, sondern auch ein Defensivtalent. Beim FSV Mainz 05 steht er jetzt im Bundesligakader.

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          Bereits mit 19 Jahren elf Spiele in der A-Nationalmannschaft absolviert zu haben ist nicht alltäglich. Leandro Barreiro macht dennoch kein großes Aufheben darum. „In Luxemburg ist das nichts Außergewöhnliches“, relativiert er, „da kommen die meisten Talente schon mit 17 oder 18 Jahren zum Einsatz.“ Er ist eine dieser Nachwuchskräfte. Seine Dienste hat sich vor drei Jahren der FSV Mainz 05 gesichert, der den jungen Mann im vergangenen November mit einem Profivertrag ausstattete.

          Bei den Rheinhessen war Barreiro in der zurückliegenden Runde eine Art Wanderer zwischen den Welten. Er trainierte mit dem Bundesligakader, spielte mit der U19 um den Meistertitel der Bundesliga Südwest, erwarb sich im Frühjahr große Verdienste im Abstiegskampf der U23 in der Regionalliga, wo er im defensiven Mittelfeld mit großer Vehemenz wirbelte. Hinzu kamen ein Einsatz unter Sandro Schwarz und ebendas Nationalteam. Ob es schwierig war, immer wieder den Schalter umzulegen und sich den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen? „Das waren eine neue Herausforderung und eine sehr intensive Saison“, sagt er, „die Schule kam ja auch noch dazu. Aber es hat Spaß gemacht.“ Viel gelernt habe er obendrein, „sowohl in der schlechten Phase bei der U23 als auch in der guten bei der U19“.

          Dynamischer Spieler hat sich deutlich verbessert

          Bei aller Begeisterungsfähigkeit definiert er sein Ziel für die neue Runde übersichtlicher, möchte nach Möglichkeit nur noch für zwei Mannschaften auflaufen, für die Mainzer Profis und Luxemburg. Dass der aggressive Zweikämpfer, der eroberte Bälle auch verarbeiten kann, das Zeug hat, im Kampf um die Stammplätze mitzumischen, steht außer Frage, auch wenn die Konkurrenz auf den Sechser- und Achterpositionen groß ist. Barreiro ist athletischer als vor einem Jahr, die intensivierte Arbeit im Kraftraum hat sich ausgezahlt. Auch in punkto Handlungsschnelligkeit hat er sich, ohnehin ein dynamischer Spieler, verbessert. Ein Jahr lang bei den Profis zu trainieren habe ihn von Tempo und Spielintensität her nach vorne gebracht. „Das habe ich nach jedem Training gemerkt.“

          Nebenbei habe er durch seine Zugehörigkeit zum Erstligakader und die vielen Gespräche mit den internationalen Profis auch seine Sprachkenntnisse verbessert. Neben der Muttersprache Portugiesisch spricht Barreiro Luxemburgisch und Deutsch („im Kindergarten gelernt“), in der Schule kamen Englisch und Französisch und vor anderthalb Jahren Spanisch hinzu.

          Integrierter Teil der Mannschaft

          Das Abitur inzwischen in der Tasche zu haben, eröffnet Leandro Barreiro mehr Freiraum für die eine oder andere zusätzliche Einheit im Kraftraum, aber auch zur Regeneration. Morgens länger schlafen zu können, statt früh in die Schule zu müssen, hat einen Wert. „Es ist jetzt ein bisschen anders als voriges Jahr“, erzählt er. „Damals war für mich alles neu, jetzt fühle ich mich Team integriert, bin fester Teil der Mannschaft, ich fühle mich lockerer, bin auch freier im Kopf.“ Das sollte sich positiv auf seine Leistungen und die Perspektiven auswirken. „Ich versuche, im Training 100 Prozent zu geben. Wenn es reicht, dann reicht es, wenn nicht, muss ich eben noch etwas mehr arbeiten.“

          Aus seinem bislang einzigen Bundesligaspiel hat Barreiro gute Erinnerungen. Trotz des Ergebnisses – die 05er unterlagen zu Hause Bayer Leverkusen mit 1:6, wenn auch mit einer Leistung, die deutlich besser war, als der Ausgang suggerierte. „Das war schon ein geiles Gefühl, die ganzen Fans im Stadion, darauf habe ich immer hingearbeitet“, erzählt er. Zu erleben, wie hoch das Tempo auf diesem Niveau tatsächlich sei, in welchen Bereichen er sich verbessern müsse, sei eine wichtige Erfahrung gewesen. „Und es hat riesigen Spaß gemacht, zumindest solange das Ergebnis noch okay war.“ Unmittelbar nach dem Abpfiff hielt sich die Freude zwar in Grenzen. „Das war kein schöner Moment. Aber wenn ich älter werde und an diesen Tag zurückdenke, ist das auch was Außergewöhnliches. Nicht jeder beginnt seine Karriere mit einem solchen Spiel.“

          Was die Nationalmannschaft angeht, hebt sich Barreiro im Übrigen ein wenig von den Kollegen ab: Mit seinem Ausgleichstreffer beim 2:1-Sieg gegen Litauen Mitte März, am ersten Spieltag der Europameisterschafts-Qualifikation, trug er maßgeblich dazu bei, dass die Kicker des Großherzogtums zum allerersten Mal die Tabelle in einem solchen Wettbewerb anführten. Auch daran kann man sich später mal erinnern.

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