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Nach Angriff auf Konvertiten : Landrat sorgt sich um christliche Flüchtlinge

Sorgt sich um Sicherheit christlicher Flüchtlinge in Oberursel: Landrat Krebs Bild: Wolfgang Eilmes

Nach einem Vorfall in einer Flüchtlingsunterkunft in Oberursel will der Hochtaunuskreis besonders auf die Sicherheit christlicher Asylbewerber achten.

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          Angesichts des Berichts über einen zum Christentum konvertierten Iraner, der in der Oberurseler Notunterkunft von Sicherheitsleuten wegen vermeintlich abfälliger Bemerkungen über den Islam zusammengeschlagen worden sein soll, hat sich Landrat Ulrich Krebs (CDU) zu Wort gemeldet. Der Kreis werde alles in seiner Kraft Stehende tun, damit verfolgte christliche Asylbewerber nicht Opfer von Übergriffen durch Muslime würden, sagte Krebs.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Deshalb seien die an den Attacken beteiligten muslimischen Wachmänner umgehend von ihren Aufgaben entbunden worden. „Ohne Pauschalurteile abgeben zu wollen, sehen wir solche Attacken auf christliche Asylbewerber, zu denen es leider in zahlreichen Unterkünften in Deutschland gekommen ist, mit großer Sorge.“ Man habe die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter darum gebeten, in diesem Punkt extrem aufmerksam und sensibel zu sein und schon bei einer Diskriminierung einzugreifen.

          Der Vorfall in der als Notunterkunft genutzten Sporthalle an der Bleibiskopfstraße in Oberursel hatte sich schon im November ereignet. Er war erst diese Woche durch einen Zeitungsbericht bekanntgeworden.

          Nach Worten von Max Klingberg, Leiter des Arbeitsbereichs Nahost bei der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, hatte sich ein in der Unterkunft tätiger ehrenamtlicher Dolmetscher an die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte gewandt. Anlass sei gewesen, dass die Sicherheitsleute den Iraner und einen Landsmann, der ihm zu Hilfe eilen wollte, niedergeschlagen und weiterhin schikaniert hätten. Der Iraner habe den Angriff zuvor angezeigt.

          „Er ist von der Polizei sehr anständig behandelt worden“, sagte Klingberg. Auch das Rote Kreuz als Betreiber und der Kreis hätten den Fall ernst genommen. Nach dem Eindruck Klingbergs hat jedoch erst ein Anruf der Polizei bewirkt, dass das Sicherheitsunternehmen die Mitarbeiter abzog. Dem widersprach der Geschäftsführer Peter Haller. „Wir haben sofort nach Bekanntwerden der Vorfälle reagiert und die beiden Beschuldigten und einen weiteren Zeugen herausgenommen.“ Die Polizei bestätigte gestern, dass nicht gegen vier, sondern gegen zwei Sicherheitsdienstmitarbeiter Anzeigen vorlägen. Sie haben Gegenanzeigen gestellt.

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