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Wegen Asylpolitik : Landrat Pipa erhält abermals Schmähbrief

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„Solidarität mit Erich Pipa“: Schon nach Anfeindungen im Spätsommer 2015 stärkten SPD-Mitglieder ihrem Landrat - hier im roten Shirt - den Rücken Bild: dpa

Wenn es um Asylpolitik geht, zeigt sich Erich Pipa als Landrat des Main-Kinzig-Kreises standhaft und bietet Populisten die Stirn. Das gefällt einigen nicht, die sich aber hinter Anonymität verbergen.

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          Der wegen seiner Flüchtlingspolitik bereits mit Morddrohungen konfrontierte Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Erich Pipa (SPD), hat einen neuen Schmähbrief erhalten. Er sei erneut übel beschimpft worden, sagte Pipa am Dienstag und bestätigte einen Bericht von „hr-Info“. „Es gab zwar keine Todesdrohungen, aber verbale Beleidigungen. Ein anonymer Verfasser wirft mir vor, dass ich „Kanaken ins Land reinhole“ und den Zuzug von Migranten erleichtere“, wiederholte Pipa Passagen sinngemäß.

          Der Landrat erstattete Anzeige. Der Staatsschutz sei eingeschaltet. Die Polizei in Offenbach bestätigte den Eingang einer Anzeige wegen Beleidigung.

          Pipa sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich finde es krass, dass man so mit Hass übersät wird, nur weil man sich für in Not geratene Menschen einsetzt. Das macht mich betroffen und wütend.“ Er werde weiter bei seinem humanen Kurs bleiben: „Ich ziehe mein Programm durch. Ängstlich bin ich nicht, aber schon etwas angespannter.“

          Für Pipa ist es nach eigener Aussage mittlerweile der vierte Droh- oder Schmähbrief. Im September 2015 war ihm gedroht worden, dass man ihn aus dem Weg räumen werde. Er hatte danach Polizeischutz bekommen. Das Schreiben stammte von der Initiative Heimatschutz Kinzigtal, die dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet wird. Pipa vermutet, dass es sich bei dem aktuellen Brief um den selben Absender handelt.

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