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Ehepaar getötet : Leichen unter dem Misthaufen

Vater und Sohn:Klaus-Dieter und Claus Pierre B. sollen die Klocks auf der einstigen „Main River Ranch“ im Maintaler Stadtteil Dörnigheim getötet haben. Bild: Lucas Bäuml

Am Landgericht Frankfurt hat die Verhandlung um den Tod des Ehepaars Harry und Sieglinde Klock begonnen. Zweimal sind die Angeklagten in Hanau freigesprochen worden, doch der Bundesgerichtshof hob die Urteile auf. Der Vorsitzende Richter findet klare Worte.

          4 Min.

          Es ist kurz vor halb neun, als sich am Donnerstagmorgen im Landgericht Frankfurt alte Bekannte gegenübertreten. Mit weit über die Nase gezogenen OP-Masken und Baseballkappen betreten Klaus-Dieter und Claus Pierre B. den Saal, schieben sich vorbei an den Fotografen und Kamerateams Richtung Anklagebank. Auf der anderen Seite des Raumes hat der Oberstaatsanwalt Platz genommen, der die Anklage gegen sie vor fast sieben Jahren erhoben hat, eine Reihe hinter ihm folgen die Anwälte der Nebenkläger, drei an der Zahl. Sie alle kennen sich gut, mehr oder weniger freiwillig: Es ist das dritte Mal, dass sie sich in einem Prozess um dieselbe Tat gegenüberstehen.

          Viele Stiche und zwei Schüsse

          Anna-Sophia Lang
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die B.s, Vater und Sohn, 66 und 36 Jahre alt, von denen das Gericht der Einfachheit halber als „Senior“ und „Junior“ sprechen wird, töteten im Juni 2014 auf der ehemaligen „Main River Ranch“ in Maintal das Ehepaar Klock. Harry und Sieglinde hatten ihnen das heruntergekommene Wohngebäude auf dem 10 000 Quadratmeter großen Gelände untervermietet, sie hielten dort Ziegen und hatten alle möglichen Tiere. Beide Seiten waren oft in Geldnot, so gab es regelmäßig Streit um die Miete. An jenem 6. Juni kamen die Klocks um die Mittagszeit vorbei. Harry Klock, so steht es in der Anklageschrift, wollte die B.s zur Rede stellen. Er hatte ein Messer dabei. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass er das zu seinem eigenen Schutz tat. Sieglinde Klock trug ein Beil mit sich. Damit habe sie zur Not die Tür einschlagen wollen, heißt es. Im Lauf des Gesprächs mit dem „Junior“ kam es zum Streit und zu einer Rangelei, in deren Verlauf Claus Pierre B. an das Messer gelangte und damit auf Harry Klock einstach. Klaus Dieter B., der in diesem Moment dazu kam, erkannte der Staatsanwaltschaft zufolge, dass Klock tot war und entschloss sich, Sieglinde Klock mit einem Kopfschuss zu töten, um die Tat seines Sohnes zu verdecken. Von schräg oben habe er aus naher Distanz abgedrückt. Die Leichen der beiden seien erst unter Sand versteckt und anschließend unter einem Misthaufen vergraben worden, Beil und Messer in den Main geworfen sowie die Pistole bei der Schwester des Vaters im Keller deponiert worden, das Auto der Klocks auf einem Supermarktparkplatz abgestellt worden. Rechtlich bedeutet das: Totschlag im Fall des „Juniors“, Mord im Fall des Vaters.

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