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Landessozialgericht Hessen : Kasse muss für nötiges Fettabsaugen zahlen

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Kassen müssen für Fettabsaugen in einer Klinik zahlen, wenn Menschen krankhaft dick sind und an einem schweren Lipödem (Häufung von Fettgewebe) leiden Bild: AFP

In Fällen von Häufung von Fettgewebe muss eine Krankenkasse die Kosten für Fettabsaugen in einer Klinik erstatten. Dies hat das Landessozialgericht Hessen entschieden.

          Eine Krankenkasse muss in bestimmten Fällen das Fettabsaugen in einer Klinik bezahlen. Das gilt zum Beispiel dann, wenn Menschen krankhaft dick sind und an einem schweren Lipödem (Häufung von Fettgewebe) leiden, wie das hessische Landessozialgericht entschieden hat.

          Konkret sei es um den Fall einer 29 Jahre alten Frau aus Nordhessen gegangen, teilte das Gericht am Mittwoch mit. Die Frau sei mit einem Oberschenkelumfang von 80 Zentimetern extrem dick. Aufgrund des Lipödems könne nur ein Krankenhaus helfen. Deshalb müsse die Kasse die Kosten übernehmen. (AZ L 1 KR 391/12)

          Gegen Absaugen in Klinik

          Die Krankenkasse hatte sich geweigert zu zahlen. Ein Sozialgericht wies die Klage der Frau dagegen ab, eine stationäre Behandlung sei nicht erforderlich. Das Landessozialgericht kam aber zu dem Ergebnis, dass es in diesem Fall nicht anders gehe.

          Gegen ein Fettabsaugen im Krankenhaus sei auch nicht der gemeinsame Bundesausschuss, der für Behandlungsmethoden Richtlinien festlegt. In diesem Gremium sind Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen vertreten. Eine Revision wurde nicht zugelassen.

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