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Tourismus in Hessen : Ein gemeinsames Ziel

Idyllische Wetterau: Elf Städte und Gemeinden in der Region wollen sich gemeinsam für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2027 bewerben. (Symbolbild) Bild: dpa

Die Bewerbung für die Landesgartenschau 2027 bietet große Chancen für die Region. Elf Städte und Gemeinden aus der östlichen Wetterau und dem südlichen Vogelsberg können zeigen, was in ihnen steckt.

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          Dass sich auch aus der sogenannten Provinz etwas machen lässt, wenn man es versteht, die eigenen Potentiale zu erkennen und zu nutzen, das zeigt sich in der östlichen Wetterau und im südlichen Vogelsberg. Weil diese ländlich geprägte Region offenbar wenig attraktiv für Gewerbeansiedlungen und Wohngebiete ist, haben sich die Kommunen anders ausgerichtet. Sie wollen sich mit dem Fremdenverkehr ein wirtschaftliches Standbein schaffen. Denn für diesen Sektor hat diese Gegend viel zu bieten, malerische Kleinstädte ebenso wie abwechslungsreiche Landschaften.

          So wurden neue Radwege und Wanderrouten ausgewiesen, weitere Ausflugsziele erschlossen, Kulturdenkmäler und Freizeiteinrichtungen herausgeputzt, einhergehend mit einem bunten Strauß touristischer Angebote. Das kommt an, wie die in den vergangenen Jahren stetig gewachsenen Besucherzahlen zeigen.

          Mit vereinten Kräften

          Die Region zum Schauplatz einer Landesgartenschau zu machen bietet die Chance, groß herauszukommen und nachhaltige Impulse zu setzen. Deshalb weist der dezentrale Ansatz in die richtige Richtung. So kann sich jede Kommune mit eigenen Formaten einbringen und ihre Vorzüge besonders herausstellen. Vor allem aber lassen sich vereint besser die mannigfaltigen Ressourcen eines ganzen Raums aufwerten und in den Fokus rücken.

          Mehr noch: Mit der Landesgartenschau lässt sich besonders vielen Menschen zeigen, dass es sich auch lohnt, hier zu leben und zu arbeiten. Ob eine Landesgartenschau solchen Formats Erfolg hat, hängt nicht zuletzt davon ab, inwieweit sich die Menschen zwischen Nidda und Ranstadt, Büdingen und Gedern mit der Großveranstaltung identifizieren und sich einbringen.

          Mit gutem Beispiel ist in den vergangenen Jahren der Verein Oberhessen vorangegangen, dem nicht nur die elf Kommunen angehören, die sich gemeinsam um die Landesgartenschau bewerben, sondern auch viele Vereine, Institutionen, Initiativen und Privatpersonen. Mit dem Engagement vieler ist es gelungen, die Region zu entwickeln. Natürlich spielt für ein Großereignis Geld eine wichtige Rolle, zumal keine der beteiligten Kommunen finanziell auf Rosen gebettet ist und es als Folge der Corona-Pandemie in den nächsten Jahren nicht besser werden dürfte. Rund 20 Millionen Euro, so vorläufige Kalkulationen, wären aufzubringen. Eine stattliche Summe, die sich jedoch relativiert, weil reichlich Fördermittel fließen. Vor allem: Was in Gartenschauen investiert wird, wirkt weit darüber hinaus. Es ist gut angelegtes Geld, wie man andernorts weiß.

          Wolfram Ahlers

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

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