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Landesbank Hessen-Thüringen : Auch Sparkassen dürfen fusionieren

Fusion: Die Taunus Sparkasse und die Frankfurter Volksbank stellen ihre erste gemeinsame Filiale vor (Symbolbild). Bild: Cornelia Sick

Der Kostendruck hält an. Welche Banken wie fusionieren und welches Geschäftsmodell am erfolgreichsten sein wird, ist fraglich. Kann eine Großsparkasse die Lösung sein?

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          Von weihnachtlicher Ruhe ist am Finanzplatz noch nichts zu spüren. In der vergangenen Woche beauftragten die Aufsichtsgremien der Dekabank und der Landesbank Hessen-Thüringen das jeweilige Management, miteinander Gespräche zu führen, an deren Ende eine enge Zusammenarbeit beider Häuser, womöglich eine Fusion stehen könnte. Und in dieser Woche werden die Frankfurter Volksbank und die Taunus-Sparkasse die erste gemeinsam betriebene Filiale vorstellen. Hier wie dort geht es mithin um ein Zusammenrücken angesichts des anhaltenden Kostendrucks.

          Was die politische Debatte bisher nicht bestimmt: Sollte es zu einem Zusammengehen der Dekabank und der Landesbank kommen, so wird es eine Lösung für die Frankfurter Sparkasse geben müssen. Sie war 2005 nach einer schweren Krise von der Landesbank übernommen worden, doch grundsätzlich sollten das zentral organisierte Geschäft und das mit den Endkunden getrennt sein. Es ist darum unwahrscheinlich, dass die Fraspa Anhängsel eines fusionierten Konzerns bliebe.

          Schaffung einer Großsparkasse

          Was aber wäre mit der Frankfurter Sparkasse anzustellen, wer sollte ihr Träger werden? Allein die SPD der Mainmetropole hat sich bisher damit befasst, dort träumt man von einer Rekommunalisierung. Dabei ist der Staat noch nie der bessere Unternehmer gewesen. Wenn aber schon der Mut für eine Privatisierung fehlt, dann wäre es wenigstens die Stunde, einmal nachzudenken über ein Zusammengehen der öffentlich-rechtlichen Institute des Ballungsraums – zumal sich die Geschäftsgebiete der Frankfurter, der Nassauischen und der Taunus-Sparkasse vielfach überschneiden.

          Auch eine solche Rhein-Main-Sparkasse wäre kein Allheilmittel angesichts des Drucks durch Niedrigzinsen und Digitalisierung. Doch zeigt die Frankfurter Volksbank, infolge vieler Fusionen längst ein Rhein-Main-Institut, dass daraus ein erfolgreiches Geschäftsmodell werden kann.

          Zumindest hat ein Zusammengehen der drei Sparkassen eine ernsthafte Prüfung verdient. Die Gelegenheit zur Schaffung einer Großsparkasse könnte in absehbarer Zeit so günstig sein wie lange nicht.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

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