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Wegen Coronavirus : Land Hessen empfiehlt Absage von Großveranstaltungen

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Vorgabe: Minister Klose empfiehlt nun auch die Absage aller Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern „insbesondere in geschlossenen Räumen“ Bild: dpa

Nun sollen auch in Hessen keine Veranstaltungen mehr mit größeren Teilnehmerzahlen stattfinden. Das Sozialministerium gibt eine entsprechende Empfehlung heraus. Die Zahl der Infektionen steigt weiter.

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          Wegen des neuartigen Coronavirus empfiehlt die hessische Landesregierung die Absage aller Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Die Gefahr einer Virusübertragung bei großen Menschenansammlungen, „insbesondere in geschlossenen Räumen“, lasse sich angesichts jüngster Entwicklungen in Italien und des aktuellen Verlaufs der Infektionen nicht sicher beurteilen, teilte das Sozialministerium am Dienstag in Wiesbaden mit.

          Das Ministerium verwies auf Italien, wo die Regierung am späten Montagabend Ein- und Ausreisesperren für das gesamte Staatsgebiet verhängt und insbesondere alle Skigebiete geschlossen hatte. „Auch das Robert-Koch-Institut hat Italien als Risikogebiet eingestuft. Dies macht eine neue Risikobewertung notwendig“, erklärte das Ministerium. „Wenn Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebieten zu erwarten sind, legen wir die Absage auch bei einer niedrigeren zu erwartenden Teilnehmendenzahl als 1000 nahe“, wird Minister Kai Klose (Die Grünen) zitiert.

          Acht Infizierte mehr binnen Tagesfrist

          Alle bisher bekannten Infektionen mit dem neuen Coronavirus im Land Hessen verlaufen unterdessen bisher sehr mild. Die Zahl der bestätigten Fälle stieg Ministeriumsangaben zufolge bis Dienstagnachmittag  auf 34, am Montagnachmittag waren es 26 gewesen. Neue Fälle wurden demnach in den Kreisen Darmstadt-Dieburg, Gießen, Hochtaunus, Main-Taunus, Marburg-Biedenkopf sowie der Stadt Offenbach festgestellt.

          Der Fall in Offenbach gehe ebenso wie derjenige im Kreis Darmstadt-Dieburg auf einen Österreich-Aufenthalt zurück, einer der beiden im Main-Taunus-Kreis sowie die beiden im Kreis Marburg-Biedenkopf auf einen Urlaub in Südtirol. Den Ministeriumsangaben zufolge ist der Infektionsweg in allen neuen Fällen bekannt.

          Im Kreis Bergstraße wurden 14 enge Kontaktpersonen einer mit Sars-CoV-2 infizierten Frau unter Quarantäne gestellt. Die Frau habe sich nach bisherigen Erkenntnissen in Berlin angesteckt, erklärte der Kreis. Wegen des Falls sei ein Kindergarten am Montag für einen Tag geschlossen und die Empfehlung ausgesprochen worden, dass dies vorsorglich für zwei Wochen geschehen solle und die Kinder 14 Tage zuhause bleiben sollen. Auch drei Schüler befänden sich in Quarantäne. Da sie nach Kontakt mit der Patientin nicht mehr in der Schule gewesen seien, müsse diese nicht geschlossen werden.

          Im Landkreis Gießen wurde eine infizierte Frau mit Fieber und Krankheitsanzeichen häuslich isoliert, ebenso wie ihre Familie. Die Frau steckte sich den Angaben zufolge in Österreich an.

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