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Lärmschutz : Gericht: Anflugverfahren über Egelsbach rechtens

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Geht’s auch leiser? Startendes Flugzeug am Frankfurter Flughafen. Bild: dpa

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof bleibt seiner Linie treu: Wenn die Sicherheit von ab- und anfliegenden Flugzeugen am Frankfurter Flughafen gefährdet sein könnte, wird gegen den Lärmschutz der Anwohner entschieden. Diesmal zog Egelsbach den Kürzeren.

          Das Anflugverfahren über Egelsbach zum Frankfurter Flughafen - der sogenannte südliche Gegenanflug - ist rechtens. Das entschied der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) am Mittwoch in Kassel. Egelsbach hatte wegen einer doppelten Lärmbelastung geklagt: zum einen durch den Flugplatz Egelsbach, von dem aus auch kleine Düsenjets starten können, zum anderen vom Airport Frankfurt.

          Dem folgte der 9. Senat des VGH nicht und wies die Klage ab (Az: 9 C 875/12.T). Die Lärmbelange der Gemeinde seien bei der Festsetzung des Flugverfahrens hinreichend berücksichtigt worden, sagte die Vorsitzende Richterin Monika Thürmer. Unzumutbarer Lärm sei nicht festgestellt worden. Auch sei die Fluglärmkommission bei der Festlegung des Anflugverfahrens ordnungsgemäß beteiligt worden.

          „Wir werden das überprüfen“

          Alternativen ständen „nachvollziehbare Sicherheitsbedenken“ entgegen, betonte sie. Mit der Entscheidung bestätigt der VGH seine bisherige Rechtsprechung, dass die An- und Abflugverfahren „der sicheren und flüssigen Abwicklung des Flugverkehrs dienen“. Die Revision zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ließ der Senat nicht zu, dagegen ist aber noch Beschwerde möglich.

          Egelsbachs Rechtsanwalt Thomas Mehler behielt sich diesen Schritt vor. „Wir werden das überprüfen“, sagte er nach der Entscheidung. Das Urteil sei in der Sache nicht überzeugend, bemängelte er. Für den Flugplatz Egelsbach gebe es eine festgesetzte Lärmgrenze. „Ich verstehe das als ein Maß an Fluglärm.“ Zusammen mit dem Frankfurter Lärm werde diese Grenze jedoch überschritten. Das Argument wies die Vorsitzende Richterin zurück. Die Addition von mehreren Lärmquellen sei gesetzlich nicht vorgesehen.

          Bereits mehrfach haben sich die obersten hessischen Verwaltungsrichter in Kassel mit Flugrouten sowie An- und Abflugverfahren am größten deutschen Flughafen beschäftigt. Zuvor scheiterten in drei Verfahren Gemeinden, die gegen verschiedene Routen geklagt hatten. In einem Fall kippten die Richter die sogenannte Südumfliegung. Aber nicht aus Lärmgründen, sondern weil damit die angestrebte Kapazität des Flughafens nicht erreichbar sei.

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