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Kulturcampus Bockenheim : 100-Millionen-Investition auf altem Labsaal-Grundstück

  • -Aktualisiert am

Runter mit der Fassade: Im Frühjahr 2014 beginnen auf dem Eckgrundstück „Labsaal“ die Bauarbeiten für einen neuen Kulturcampus Bild: Röth, Frank

Der Wohnungskonzern ABG und der private Investor wollen im Frühjahr mit dem Bau beginnen. Dabei steht schon fest, die Miete für Büros soll deutlich über Bockenheimer Niveau liegen.

          Die Pläne für den Kulturcampus in Bockenheim nehmen Gestalt an. Auf dem Grundstück an der Ecke von Bockenheimer Landstraße und Senckenberganlage wird ein Büro- und Wohnhaus entstehen, dessen Entwurf vom Büro Meixner Schlüter Wendt stammt. Die Frankfurter Architekten haben sich in einem Wettbewerb, den der städtische Wohnungskonzern ABG Frankfurt Holding und Mitinvestor Lang & Cie. Real Estate AG ausgeschrieben hatten, gegen neun Mitbewerber durchgesetzt. „Wir sind beim Thema Kulturcampus einen sehr entscheidenden Schritt weitergekommen“, sagte Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen) gestern bei der Vorstellung des Entwurfs.

          Die Bauarbeiten auf dem 6000 Quadratmeter großen Areal, auf dem derzeit noch der Labsaal steht, sollen im Frühjahr 2014 beginnen. Gegen Ende 2016 könnten die Bauten fertig sein, wie Heinz-Günter Lang von Lang & Cie. sagte. Sein Unternehmen ist für den gewerblichen Bauabschnitt verantwortlich. Weil es sich um einen Vorentwurf handele, stünden die genauen Kosten noch nicht fest, sagte Lang. Die Investition liege in einer Größenordnung von 80 bis 90 Millionen Euro für den Gewerbeteil und etwa 20 Millionen Euro für die Wohnungen.

          Kindergarten inklusive

          Auf sechs bis sieben Geschossen sieht der Entwurf von Meixner Schlüter Wendt etwa 16 000 Quadratmeter für Büroräume und 6200 Quadratmeter für 63 Wohnungen vor. Die Büros sollen zur Senckenberganlage hin liegen, die Wohnungen sollen sich an der Bockenheimer Landstraße direkt anschließen. An der Fassade ist die Nutzung abzulesen. Der Büroteil wird mit hellen, vertikalen Elementen verkleidet, während das Wohnhaus eine mit Loggien und schmalen Fenstern stark gegliederte, in Braun- und Grautönen verputzte Fassade erhält. Zu den Wettbewerbsauflagen habe auch der Bau einer Kindertagesstätte gehört, sagte Lang. Sie werde in das Bürogebäude integriert. Im Erdgeschoss des Wohngebäudes sollen Räume für eine kulturelle Nutzung eingeplant werden.

          Die Mieten für die Büroflächen sollen laut Lang unter Westend-Niveau, aber deutlich über Bockenheimer Niveau liegen. Was die Mieten der Wohnungen angeht, ist eine „gute Mischung“ vorgesehen, wie Junker sagte. Man wolle dem Leitsatz „Wohnen für alle“ gerecht werden. Eigentumswohnungen seien nicht geplant.

          Weitere Kultur im Gebäude südlich

          Im Rahmen des Wettbewerbs wurden auch Ideen für das südlich angrenzende Areal an der Senckenberganlage gesucht. Hier setzte sich das Frankfurter Architekturbüro KSP Jürgen Engel durch. Das etwa 9000 Quadratmeter große Grundstück soll auch für kulturelle Einrichtungen genutzt werden. Der Gewinner-Entwurf sieht ein Gebäude mit großem Innenhof vor, der von allen Seiten Eingänge hat, um die Menschen in die Kulturangebote auf dem Gelände hineinziehen. ABG-Geschäftsführer Frank Junker lobte die Idee: „So wird im südlichen Teil ein unverwechselbares Entree zum Kulturcampus entstehen.“ Für die Kulturinstitutionen ist in den beiden untersten Geschossen Platz, darüber sollen Wohnungen und - zur Senckenberganlage hin - Büros entstehen.

          Alle Wettbewerbsarbeiten sind von Montag an für zwei Wochen im Gelben Saal der Mensa auf dem Bockenheimer Campus ausgestellt.

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