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Zum Tod von Ferry Ahrlé : Der populärste Maler der Stadt

  • -Aktualisiert am

Der Künstler Ferry Ahrlé (1924-2018) Bild: Frank Röth

Er war gewiss ein Genie der Freundschaft. Und ein Kommunikationstalent von Gnaden. Der Künstler Ferry Ahrlé ist nun im Alter von 93 Jahren gestorben.

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          Er war gewiss ein Genie der Freundschaft. Und ein Kommunikationstalent von Gnaden. Ferry Ahrlé verstand es, die Menschen für sich einzunehmen, mit heiterem Gemüt und großer Freundlichkeit, mit vielerlei Anekdoten und gelegentlich überraschenden Ansichten. So hätte wohl manch einer nicht vermutet, dass der stets gegenständlich malende, dem Realismus verpflichtete Künstler Joseph Beuys’ Installation „Blitzschlag mit Lichtschein auf Hirsch“, zu sehen im Museum für Moderne Kunst, verehrte und die Symbolik dieses Werks in immer neuen Anläufen zu ergründen versuchte. Verraten hat er dies in einem von Hilmar Hoffmann herausgegebenen Buch. Mit dem früheren Frankfurter Kulturdezernenten war er tief verbunden. „Jeden Tag hat er mir einen guten Tag gewünscht“, sagt Hoffmann. Ahrlé sei ein Mann gewesen, der seinen Freunden einen starken emotionalen Halt gegeben habe. Er nennt ihn den „populärsten Künstler Frankfurts“ und „einen der bedeutendsten Maler der Stadt“. Als dem Künstler 2004 im Römer die Goethe-Plakette verliehen wurde, richtete sich die damalige Oberbürgermeisterin Petra Roth an ihn mit dem Satz: „Sie sind ein lebenslustiger Freund unserer Stadt.“

          Noch vor kurzem stellte er Wandbilder für renommierte Berliner Hotels fertig sowie ein großformatiges Werk für das Leipziger Restaurant „Augustiner“. Der Frühaufsteher ließ kaum einen Tag ohne Arbeit an Bildern oder auch Texten verstreichen. Ahrlé, am 17. Juni 1924 in Frankfurt geboren, hatte in der Hauptstadt, wo er aufwuchs, ein zweites Atelier. Unter zahllosen anderen Institutionen und Individuen war auch das Auswärtige Amt sein Auftraggeber. Der mit zahlreichen Auszeichnungen bedachte Maler, Schnellzeichner, Autor, Interviewer, Fernsehmoderator, Filmemacher, Drehbuch- und Buchautor, Architekturzeichner und Kabarettist, glänzender Unterhalter und gerngesehener Party-Gast, hatte sich Mitte der fünfziger Jahre als Kinoplakat-Designer einen Namen gemacht. Er war wesentlich dafür verantwortlich, dass die Plakatmalerei, die sich auf Filme wie jene von Fellini, Buñuel, Truffaut oder Polanski bezog, überhaupt erst zu einer Kunstform avancierte.

          Neben Landschaftsdarstellungen und Gemälden mit vielen anderen Motiven hat er mehr als 4000 Porträts geschaffen. Ein malerisches Who’s who aus 60Jahren Frankfurter Stadtgeschichte ließe sich ebenso daraus zusammenstellen wie ein Panorama der Berühmtheiten aus Theater, Showbusiness und Musik der alten Bundesrepublik. Die Musik war ihm stets auch selbst eine Inspirationsquelle und Anlass, Töne in Farbe und Formen umzuwandeln. In der Nacht zum Donnerstag ist Ferry Ahrlé im Alter von 93 Jahren gestorben.

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