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Wolf Haas : Noch ein bisschen näher ran

Ein Mann, ein Buch, eine Bühne: Wolf Haas im Musikpavillon Bild: Michael Braunschädel

Alles wie immer und zum Nichtgenugkriegen: Wolf Haas liest im Frankfurter Palmengarten aus seinem neuen Brenner-Krimi.

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          Das ist wahre Autorenhöflichkeit. Wolf Haas bedauert, dem Publikum nichts mitgebracht zu haben. Im Musikpavillon des Palmengartens liest er aus seinem neuen Krimi, der mit dem Fund menschlicher Leichenteile auf einer Wiener Mülldeponie beginnt, erst ein Knie im Sperrmüll, dann der Kopf im Elektroschrott. Und Haas bedauert: „Ich habe fast ein schlechtes Gewissen, dass ich kein Knie dabei habe, das ich Ihnen präsentieren kann.“ Macht nichts, er hat ja den Roman dabei, das ist fast genau so schön. Aber so sollte es von jetzt an immer sein – Stephen King bedauert, nichts aus der Welt seines neuen Horrorthrillers dabei zu haben, J. K. Rowling ist untröstlich darüber, das Harry-Potter-Universum zu Hause gelassen zu haben. Und dann stellt man sich vor, wie es wäre, hätten sie doch etwas mitbringen können.

          Florian Balke
          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Müll“ heißt der Krimi, der erste, den Haas seit 2014 veröffentlicht hat, als „Brennerova“ erschien. Vier Jahre darauf wanderte er mit „Junger Mann“ auf zart autobiografischen Pfaden. Im März ist „Müll“ bei Hoffmann und Campe in Hamburg erschienen, jetzt ist Sommer und Haas ein bisschen auf Tour. Frankfurt, am Tag danach Feldkirch, ein paar Tage später Berlin und Rostock.

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