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Museum Ernst : Immer neue Perspektiven

  • -Aktualisiert am

Baustelle des Museums Ernst in Wiesbaden: Seit einem Jahr verändert sich der Anblick beinahe täglich. Bild: Marcus Kaufhold

Das Museum Ernst nimmt Form an. Auf der einstigen Brache im Herzen der Stadt Wiesbaden ist ein Ensemble aus vier Betonkuben aus der Erde gewachsen. Die Entscheidung über die Leitung fällt Ende des Monats.

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          Mehr Eleganz, Exklusivität und Ansehen kann eine Adresse in der Wiesbadener Innenstadt kaum verheißen. Die Realität der deswegen auch ermüdend oft als Filetstück gepriesenen Wilhelmstraße 1 sah jedoch lange anders aus. Über Jahrzehnte hinweg blieb das in unmittelbarer Nachbarschaft zum Landesmuseum gelegene Areal eine Brache, die dem politischen Gezänk um die Nutzung, gescheiterten Plänen und unsauberen Immobilien-Deals traurige Gestalt gab. Seit gut einem Jahr verändert sich dieser Anblick allerdings täglich. Mittlerweile ist dort ein Ensemble aus vier, jeweils zwanzig Meter hohen Betonkuben aus der Erde gewachsen, die nicht nur das prominente Eckgrundstück, sondern auch dessen unrühmliche Geschichte angemessen abschließen.

          Das Museum Reinhard Ernst hat konkrete Form angenommen. Mit dem nach einem Entwurf des japanischen Architekten Fumihiko Maki errichteten Haus erfüllt sich dessen Namensgeber einen so lange wie beharrlich verfolgten Wunsch: Seine etwa 800 Werke zählende Sammlung abstrakter, nach dem Zweiten Weltkrieg entstandener Kunst aus Europa, den Vereinigten Staaten und Japan erhält ein eigenes Domizil. Der 1945 geborene Kaufmann mit Wiesbadener Wohnsitz, der sein Limburger Unternehmen für Antriebstechnik 2017 verkauft hat, beschenkt damit nicht allein sich selbst, sondern auch die Stadt: Die Stiftung, die er 2004 mit seiner Frau Sonja gegründet hat, übernimmt die Bausumme in Höhe von etwa 60 Millionen Euro ebenso wie alle später anfallenden Unterhaltungskosten. Dabei kalkuliert Ernst mit einem Zuschuss von jährlich drei Millionen Euro.

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