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Mainzer Kulturzentrum : Neuer Glanz in alter Halle

Wiedereröffnung des Kulturzentrums in Mainz: Der alte Kassenwagen bleibt – alles andere ist neu. Bild: Marcus Kaufhold

Die Mainzer – und nicht nur sie – haben drei Jahre lang darauf gewartet: Das Veranstaltungszentrum Kuz macht wieder auf. Was erwartet Besucher in der völlig neu gestalteten Halle?

          Der alte Kassenwagen ist wieder da. Ansonsten aber präsentiert sich das eigentlich nur Kuz genannte Mainzer Kulturzentrum an der Dagobertstraße in Gänze runderneuert. Das Dach ist in den vergangenen eineinhalb Jahren ebenso komplett ausgetauscht worden wie die Haustechnik und die am Ende auch nicht mehr sehr belastungsfähige Decke zwischen den beiden Geschossen der einstigen Garnisonswaschanstalt, die sich seit 1981 einen Namen als hippe Party- und Konzert-Location gemacht hat.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz und für den Kreis Groß-Gerau.

          Dass die alte Halle laut Sanierungskonzept allerdings vollends geschleift werden musste, weil sie weder den gängigen Lärm- noch den Brandschutzvorschriften entsprach, ließ manchen schon Schlimmes befürchten. Zudem war es für viele Nachtschwärmer ein schmerzhafter Verlust, dass in dem roten und maroden Backsteingebäude seit Januar 2016 überhaupt keine Feste mehr gefeiert werden konnten.

          Wenn morgen Abend unter dem Motto „Kuz is back!“ nun endlich die lang ersehnte Wiedereröffnung gefeiert werden kann, dürfte sich manch einer verwundert die Augen reiben. Denn das neue Kuz ist nicht nur größer als das alte, sondern dem Vorgänger zudem technisch haushoch überlegen und noch dazu, von Kleinigkeiten abgesehen, echt schön geworden.

          Platz für mehr Gäste

          Rund sechs Millionen Euro habe der Umbau des denkmalgeschützten Bauwerks gekostet, hieß es bei einem Vorabrundgang mit Medienvertretern. Alles in allem bietet die barrierefrei hergerichtete Vergnügungsstätte – mit einem kleineren „Lehrsaal“ in der ersten Etage sowie der großen und dank Dreifachverglasung sämtliche Schallschutzauflagen erfüllenden „Werkhalle“ im Erdgeschoss – künftig Platz für bis zu 1400 Besucher. Das wären dann also rund 150 Gäste mehr als früher.

          Genügend Platz gebe es in dem völlig umgekrempelten Gebäude, dessen moderne Theke allerdings ein wenig den Charme eines Fastfood-Restaurants versprüht, künftig für alle Formen und Varianten von Kunst und Kultur, so der neu bestellte Kuz-Koordinator Ulf Glasenhardt: etwa für Theater und Ausstellungen, Konzerte, Partys und Poetry Slam. In Kombination mit Rheingoldhalle und Kurfürstlichem Schloss will man sich auch als Eventlocation für das Abendprogramm bei Messen und Tagungen anbieten.

          Wohl wissend, dass die fast drei Jahre währende „Kuz-freie Zeit für viele Mainzer eine harte Belastungsprobe gewesen ist“, freue er sich über die gelungene Modernisierung des Industriedenkmals, sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). In Zukunft gehört das von der Kommune früher an private Betreiber vermietete Kuz zur Mainz plus City Marketing GmbH, soll allerdings möglichst viel Eigenständigkeit und Freiraum behalten. Ganz fertig ist die Sache ohnehin noch nicht: Denn in dem zur Dagobertstraße hin ausgerichteten ehemaligen Waschhaus soll noch ein Café-Bistro untergebracht werden, das vermutlich von April an dann auch noch um einen kleinen Biergarten erweitert wird.

          Tickets schnell vergriffen

          Eine erste Gelegenheit, sich in dem völlig umgestalteten Backstein- und Betonbau umzusehen und hinter die Kulissen zu blicken, haben Interessierte am Sonntag, den 16.12.2018 von 11 Uhr an bei einem Tag der offenen Tür. Auf dem bei freiem Eintritt zu genießenden Programm stehen dann unter anderem das Kindertheaterstück „Sternenwunder“ sowie Auftritte von Urban Fox und Julia Nelson.

          Die Karten für die offizielle Wiedereröffnung mit dem Mainzer Musiker Aaden und der Swingband Whiskydenker ebenso wie die Tickets für den vergangenen Samstag mit TripAdLib und Hanne Kah waren dagegen laut Ulf Glasenhardt innerhalb von 24 Stunden vergriffen.

          Für die bevorstehende Eröffnungswoche, zum Beispiel mit Gastspielen der Indierockband The Notwist am Mittwoch (19. Dezember) und Blumfeld am Freitag (21. Dezember), seien jedoch noch Karten erhältlich. Das gelte ebenso für die am ersten Weihnachtsfeiertag geplante Homecoming- und die Silvesterparty, mit denen das neue Kuz gleich mal wieder an alte Zeiten anknüpft.

          Tag der offenen Tür

          16. Dezember, von 11 Uhr an; Vorstellung „Kids im Kuz“ von 12 Uhr sowie von 15 Uhr an, Konzert von Urban Fox von 13.30 Uhr an, Konzert von Julia Nelson von 16.45 Uhr an. Mainz, Dagobertstraße 20b.

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