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Schmuck der Herero: Das Hirtenvolk leistete Widerstand gegen die deutsche Kolonialmacht. Bild: Wolfgang Günzel

Weltkulturen Museum : Genauer hinschauen

Das Weltkulturen Museum befasst sich mit seinen eigenen Ordnungssystemen und blinden Flecken. Manche Objekte verbergen etwas, obwohl es offen zutage liegt.

          2 Min.

          Jeder hat so seine eigenen Ordnungsprinzipien. Individuen und Institutionen. Am geordnetsten, sollte man meinen, geht es in Museen zu. Alle Objekte sind katalogisiert, inventarisiert, kategorisiert, Zusammengehöriges wird zusammen verwahrt, es gibt Stichwörter und Verzeichnisse, und in den großen Häusern werden die Dinge nach Ländern und Zeiten, nach Stilen und anderen Kriterien der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei kommt es doch immer darauf an, wer die Ordnung herstellt. Was der- oder diejenige dabei in den Blick nimmt, welche Rolle Urteile und Vorurteile spielen, was für wichtig gehalten wird und was nicht. Das hat sich im Lauf der Geschichte immer wieder geändert.

          Michael Hierholzer
          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          Gegenwärtig aber sind besonders die ethnologischen Sammlungen in den Fokus gerückt, die Völkerkundemuseen, die so nicht mehr heißen wollen, weil dieser Name allein schon an sich überlegen dünkende wilhelminische Forscher denken lässt. Das Frankfurter Haus heißt seit 2001 Museum der Weltkulturen, seit 2013 Weltkulturen Museum, ohne Bindestrich, was man wiederum als eine Art Selbstdistanzierung vom eigenen Gegenstand interpretieren könnte.

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