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Viel erreicht: Annaliese Ohm im Mai 1987, gegen Ende ihrer Zeit als Leiterin des Museums für Kunsthandwerk Bild: Mirko Krizanovic

Annaliese Ohm aus Frankfurt : Eine fast vergessene Frau

Sie schlug mit dem Schuh auf den Tisch: Das Frankfurter Museum Angewandte Kunst erinnert an Annaliese Ohm – die sich knallhart und voller Charme in einer Männerwelt behauptete und für ihre Vision eintrat.

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          Was für eine Frau muss das gewesen sein. Die ihrem Gegenüber voller Charme begegnete, aber knallhart sein konnte, wenn es sein musste. Die sich als einzige Museumsdirektorin Frankfurts in einer Männerwelt behauptete und für ihre Vision eintrat, weil sie es für richtig hielt. Eine Vorkämpferin der Museumspädagogik und Nachwuchsförderung, der es gegen alle Erwartungen und anders als sämtlichen Vorgängern gelang, einen Neubau für die in der Historischen Villa Metzler arg zusammengepferchte Sammlung des damaligen Museums für Kunsthandwerk zu errichten, einen visionären Bau des amerikanischen Architekten Richard Meier noch dazu.

          Anna-Sophia Lang
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Annaliese Ohm, so stand es zu ihrem Abschied 1987 in der F.A.Z., sei für die vielleicht wichtigste Epoche in der mehr als hundertjährigen Geschichte des Museums verantwortlich, das als vom Frankfurter Kunstgewerbeverein privat geführte und später von der Stadt übernommene Einrichtung begonnen hatte. „Ungewöhnlich in ihrem Leistungsvermögen und ihrer Durchsetzungskraft“ sei Ohm gewesen, heißt es weiter, „dazu eine hervorragende Organisatorin, beharrlich und weitblickend“. Sie schlug, so wird es erzählt, beim Frankfurter Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann auch mal mit dem Schuh auf den Tisch, um ihren Ideen Nachdruck zu verleihen.

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