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Videokunst und Tanzfotografie : Unaufhörlich in Bewegung

  • -Aktualisiert am

Lust, viel mit der Kamera auszuprobieren: Zachary Chant und Denislav Matzel von De-Da Productions Bild: De-Da Productions

Die Tänzer Zachary Chant und Denislav Matzel sind unter dem Namen „De-Da Productions“ in der Rhein-Main-Region als Videokünstler und Fotografen erfolgreich. Was heute berufliches Stand- oder Spielbein ist, begann als Hobby, das die beiden miteinander verband.

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          Der Zuschauerraum ist leer, im Orchestergraben sind nur Musiker auf Bildschirmen zu sehen, doch auf der Bühne bewegen sich verstreut Personen. Unter den Akteuren in der Puppenhauskulisse von Jan-Christoph Gockels „Beethoven – Ein Geisterspiel“, das am Staatstheater Mainz mit den Fernsehsendern ZDF und 3sat coronabedingt zu einem Theater-Fernsehspiel umkonzipiert wurde, sind auch die Tänzer Zachary Chant und Denislav Matzel. Allein, sie tanzen hier nicht. Stattdessen agieren sie als Kameramänner, filmen die Schauspieler, Sänger und Musiker aus der Nähe und werden zu Anspielpartnern, wenn die Beteiligten die fiktionale Ebene verlassen und in Making-Of-Manier in die Kamera sprechen.

          Eigentlich ist Chant Tänzer bei Tanzmainz. Matzel, den meisten noch bekannt unter seinem Geburtsnamen Kanev, gehörte bis zum Spielzeitende dem Hessischen Staatsballett an. Mit einer Kamera in der Hand sieht man die beiden im Theater aber nicht zum ersten Mal, meist jedoch hinter den Kulissen. Wer in den vergangenen Jahren in sozialen Medien und den Publikationen der Theater Bilder und Trailer zu Tanzproduktionen des Staatsballetts oder aus Mainz gesehen hat, wird darunter nicht selten den Namen „De-Da Productions“ gelesen haben, die Bezeichnung, unter der die beiden als Foto- und Videokünstler auftreten, als Dokumentaristen für Tanz und die angrenzenden Künste.

          An die Bearbeitung machen

          Dass sie das alles neben ihrer arbeitsintensiven Tätigkeit als Tänzer leisten und auch noch in großen Projekten wie Gockels Theaterfilm zu Beethovens 250. Geburtstag mitwirken können, kann durchaus verwundern. Woher nehmen sie die Zeit und Energie? Zum einen liegt es sicher daran, dass sie viele Aufträge von den Theatern erhalten, an denen sie auch als Tänzer wirken. Das erleichtert zumindest die Terminkoordination. Zum anderen sind sie zu zweit.

          Nicht selten bringe einer dem anderen nachts noch eine Speicherkarte mit frischen Videoaufnahmen vorbei, sagen sie. So kann der andere sich am nächsten Tag an die Bearbeitung machen. „Wenn ich in der Mittagspause noch schnell bei den Kollegen von der Öffentlichkeitsarbeit war und gerade noch rechtzeitig für die Probe zurück bin, kommt es schon vor, dass meine Tänzerkollegen zu mir sagen, ich bin gestresst, wenn ich dich nur ansehe“, berichtet Chant. Das sei aber nur die Wahrnehmung von außen, er selbst mache das alles so gern, dass es ihm keinerlei negativen Stress bereite. Hört man den beiden dabei zu, wie sie über ihren Arbeitsalltag erzählen, erkennt man unschwer ein ausgeklügeltes System des Zeitmanagements, aber auch eine große Leidenschaft, aus der sie Energie zu schöpfen scheinen.

          Einfach Lust gehabt

          Was heute berufliches Stand- oder Spielbein ist, begann als Hobby, das die beiden miteinander verband. Kennen lernten sie einander als Tänzer während Pascal Touzeaus Direktion des Balletts am Staatstheater Mainz. Nach dem Leitungs- und Richtungswechsel in der Mainzer Tanzsparte blieb Chant in Mainz, während Matzel zum neugegründeten Hessischen Staatsballett wechselte.

          Sie hätten einfach Lust gehabt, viel mit der Kamera auszuprobieren, sagen sie. Auf welche Weise Tanz sich fotografisch festhalten lässt, habe sie fasziniert. Überhaupt hätten sie einfach viel fotografiert. Filme wie Wim Wenders Hommage an Pina Bausch und die Videoproduktionen der kanadischen Tanzcompagnie „La La La Human Steps“ waren Vorbilder, die ihre Faszination für den gefilmten Tanz bestärkten.

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