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„Tschick“ als Jugendoper : Der Wert der Freundschaft

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Gefahren, ungewöhnliche Begegnungen und erfrischende Momente begleiten Maik (David Pichlmaier, rechts) und Tschick (Georh Festls, links). Bild: Robert Schittko

Wolfgang Herrndorfs Erfolgsroman „Tschick“ ist nun als Jugendoper am Staatstheater zu sehen. Das Singen ist eher witzig und nur selten sentimental.

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          Auf der Bühne im Kleinen Haus des Staatstheaters Dermstadt steht ein echter alter Lada. „Steig ein!“, fordert Tschick. „Niemals! Du hast wohl den Arsch offen!“, sagt Maik. Und steigt ein. Das Orchester bestätigt seine Entscheidung mit optimistischen Rhythmen. Unter der Regie von Kirsten Uttendorf hatte am Staatstheater Darmstadt die Jugendoper „Tschick“ Premiere, komponiert von Ludger Vollmer nach einem Libretto von Tiina Hartmann nach dem gleichnamigen Erfolgsroman von Wolfgang Herrndorf.

          Vollmers energiereich durch verschiedene Stile parodierende Musik verriet seine Lehrjahre bei Alfred Schnittke und (über Dimitri Terzakis) Bernd Alois Zimmermann. Oft kam sie in mitreißenden Rhythmen daher, manchmal wirkte sie vertraut, bisweilen klang sie operettenhaft folkloristisch, und manchmal reduzierte sich die Musik auf eine Klangfläche oder schwieg ganz, wie um zu unterstreichen, dass an dieser Stelle der Text wichtig ist.

          Nöte der Jugendlichen

          Das Singen ist eher witzig und nur selten sentimental, etwa in jenem Sehnsuchtsliedchen, in dem Tschick vor Maik und auch vor sich selbst eingesteht, dass er nicht auf Mädchen gepolt ist. Georg Festl als Tschick und David Pichlmaier als Maik spielen die beiden vierzehn Jahre alten Protagonisten dermaßen knuffig, dass man sich in beide zugleich verlieben möchte. Der Jugendchor des Theaters stellt die Schulklasse dar, die Tschick und Maik zeigt, dass sie nicht dazugehören. Maik, weil er zu viel nachdenkt; Tschick, weil er andere Ideale hat.

          Als Vertreter einer Gesellschaft, in der man eine Plauze vor sich herschiebt, in der sich die zugunsten des Funktionierens unterdrückten Persönlichkeitsanteile manifestieren, agiert Andreas Donner in der Doppelrolle als Lehrer, der seine Schüler mit einigem Sadismus in ein System zwingen will, unter dem er selbst leidet, und dann als Jugendrichter, der seine errungene gesellschaftliche Stellung nutzt, um die tatsächlichen Nöte der Jugendlichen zu erkennen und konstruktiv damit umzugehen.

          Ganz anders übrigens als Maiks Vater, gespielt von Dong-Won Seo als zynischer Unternehmer, der sein berufliches Scheitern den „Öko-Faschisten“ in die Schuhe schiebt und seine Frau (Lena Sutor-Wernich) in eine nur im Suff zu ertragende Rolle als Luxusweibchen zwingt und seinen Sohn dazu anhält, aus taktischen Gründen vor Gericht zu lügen. Als echter Opernheld hält Maik jedoch den Wert seiner Freundschaft zu Tschick höher als den Rat des Vaters und befreit dadurch auch seine Mutter.

          Weitere Aufführungen am 26. Februar, am 1. und 25. April, am 24. Mai sowie am 9. Juni

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