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Neue „Titanic“-Chefin : Warum nicht mal eine Frau?

Julia Mateus, die neue Chefin der Satirezeitschrift Titanic. Bild: Frank Röth

Zum ersten Mal, nach mehr als 40 Jahren „Titanic“-Geschichte, steht mit Julia Mateus eine Frau an der Spitze des Satiremagazins. Zu der Ansicht, dass das „woke“ Lager Satire unmöglich macht, hat sie eine klare Meinung.

          4 Min.

          Die „Titanic“-Redaktion, in einem flachen Hinterhaus in Frankfurt-Bockenheim, sieht genau so aus, wie man sie sich vorstellt: charmant vernachlässigt und auch etwas chaotisch. An den Wänden hängen Porträts berühmter Männer: Olaf Scholz, Peter Feldmann und „Bild“-Kriegsreporter Paul Ronzheimer. Auf dem antiken Konferenztisch aus dunklem Holz (der schon einige Umzüge mitgemacht hat, worauf Grafiker Thomas Hintner hinweist, während er mit der Kaffeemaschine kämpft) türmen sich Zeitungsstapel. Leer getrunkene Wasserflaschen stehen herum, es gibt auch ein Tischchen mit Spirituosen. Und eine Kammer, in der all die Kostüme, die bei den komischen Bildergeschichten des Satiremagazins zum Einsatz kommen, gelagert werden. Plüsch und Plunder, hier fühlt man sich wohl.

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auf einem Bürotisch liegen die Coverentwürfe der Dezember-Ausgabe: ein Titel zur Fußballweltmeisterschaft. Ein schwules Pärchen küsst sich, im Hintergrund erkennt man den Doha-Tower. Der Turm mit sonderbar-phallischer Form von Star-Architekt Jean Nouvel ist eines der Wahrzeichen des Wüstenstaats. Darunter liest man die Schlagzeile: „Schwules Katar“. Versprochen wird ein Guide zur „wärmsten WM aller Zeiten!“.

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