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Titanic Boygroup : Ein Sarkophag für Ischgl

Mitglied des Europaparlaments und vor allem der Titanic Boygroup: Martin Sonneborn Bild: dpa

Sie sind endgültige Satiriker geblieben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn trotzen als Titanic Boygroup im Frankfurter Palmengarten Regen und Corona.

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          Na, wie war’s im Urlaub? Langweilig? Balkonien kennt man schon? Und im Palmengarten waren Sie auch schon mal? Nein, verehrte Leser, das waren Sie ganz sicher nicht. Jedenfalls nicht bei Thomas Gsella, Martin Sonneborn und Oliver Maria Schmitt, die als Titanic Boygroup seit nun auch schon gut und gerne 20 Jahren ordentlich satirischen „Krawall für Deutschland“ machen. Denn dann wären Sie wohl kaum zu Hause in Frankfurt oder womöglich gar in Offenbach geblieben.

          Christoph Schütte

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Und mithin in jenen Städten, wie sie Gsella seit Jahren schon nicht müde wird, in immer neuen wohlgereimten Versen zu besingen. „Arschgesichter ziehn per pedes“, heißt es da etwa in seinem Schmähgedicht auf Offenbach, „Durch die Arschgesichterstadt. / Arschgesichter im Mercedes / Fahren Arschgesichter platt.“ Nein, dann schon lieber zum Kreisverkehr von Zwenkau, wo immer das auch liegt, dem – glaubt man dem weit herumgekommenen Reisejournalisten Schmitt – immerhin rätselhaftesten seiner Art weltweit; zum Wartturm von Bad Orb vielleicht oder nach Rhöndorf und ans harte, aber frisch bezogene Sterbebett von Konrad Adenauer und was der Lieblingsferienziele der Titanic Boygroup mehr sind.

          Endgültige Satiriker

          Tradition verpflichtet eben, schließlich waren sie alle einmal Chefredakteur des gleichnamigen Blattes. Jetzt waren sie im strömenden Regen beim coronabedingt arg eingedampften Sommerprogramm des Frankfurter Mousonturms im Palmengarten zu Gast. Denn sie sind als Kolumnist und Reporter, als Dichter wie Politiker stets endgültige Satiriker geblieben.

          Das gilt für Schmitts mal mehr, mal weniger lustige Corona-Pilgerreise mit der Kraftradgruppe „Frohsinn“ geradeso wie für Gsella, der als Lyriker das komische Erbe Robert Gernhardts angetreten hat und sich in raren Mußestunden schon mal ein Auftragsgedicht über Helene Fischer abringt („In Sibirien geboren / Aber leider nicht geblieben“). Und für Martin Sonneborn, der als Abgeordneter der Partei Die Partei im  Europaparlament sitzt, gilt es ohnehin.

          Komischer, entschiedener, überzeugender aber auch als mit seinem Vorschlag eines „Sarkophags über Ischgl“ hat jedenfalls noch kein Politiker der Corona-Pandemie getrotzt. Dabei war Sonneborn doch erklärtermaßen eigentlich gekommen, um ein paar Stimmen für die nächsten Europawahlen zu erschleichen, um sich 2024 mit der SPD „an der Fünf-Prozent-Hürde zu treffen“. Und glaubt man dem Wahlkämpfer, dann ist nicht nur die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz, sondern nach aktuellen Zahlen auch Die Partei zumindest in Berlin schon ganz nah dran.

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