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Theater in Rhein-Main : Warum Spielen eine Option sein muss

Rücksicht: Ein Tänzer und sein Motto Bild: Theater Landungsbrücken

Viele Theater in Rhein-Main spielen derzeit trotz roter Zahlen. Spielen, auch wenn es sich finanziell nicht lohnt, muss eine Option sein, und dafür braucht es Hilfsmittel.

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          Was aus uns wohl werden solle, fragte neulich eine Bekannte, wenn all die Denk- und Gefühlsanstöße der Kunst nicht mehr oder nur noch bei wenigen ankämen? Spielen, auch wenn es sich finanziell nicht lohnt, muss eine Option sein, und dafür braucht es Hilfsmittel – und Kunstorte, die es tun.

          Viele Häuser, neben den staatlich finanzierten, spielen derzeit trotz roter Zahlen. Das Frankfurter Theater Landungsbrücken etwa stellt seine Stühle jedes Mal so hin, wie die Reservierungslage es ermöglicht. Wenn bei einem Off-Tanzstück sogar Zusatzvorstellungen fällig sind, wie jetzt, trifft es gerade in diesen Zeiten ganz offenkundig einen Nerv. Das Choreographen-Duo Katerina Vlasova und Amadeus Pawlica hat mit hiesigen Künstlern ein Tanzstück über Demenz geschaffen, ihr „Vergissmeinnicht“ zu Préludes von Chopin ist schlicht und auf eine lakonische Art ergreifend.

          Wenn der demente Mann, der sich mit Kreide „Schlafen“ und „Bad“ auf dem Wohnungsboden notieren muss, schließlich als Weltraummann in seine ganz eigene Dimension entschwebt, hat man eines nicht vergessen: dass es gut und bereichernd ist, wenn die Kunst über schmerzhafte Fragen anders nachdenkt.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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