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Tarek Al-Wazir : „HR schadet sich selbst“

  • -Aktualisiert am

Tarek Al-Wazir: „Die Stärke des dritten Fernsehprogramms ist die regionale Information” Bild: dpa

Tarek Al-Wazir, Landesvorsitzender und Fraktionschef der Grünen im Landtag, hat einen Teil der beim Hessischen Rundfunk geplanten Einsparungen kritisiert. In einem Brief an HR-Intendant Helmut Reitze bittet der Politiker, drei der zahlreichen Sparvorschläge „zu überdenken und möglichst zu revidieren“.

          Der Landesvorsitzende und Fraktionschef der Grünen im Landtag, Tarek Al-Wazir, hat einen Teil der beim Hessischen Rundfunk (HR) geplanten Einsparungen kritisiert. In einem Brief an HR-Intendant Helmut Reitze, der der F.A.Z. vorliegt, bittet der Politiker, der auch Mitglied des HR-Rundfunkrats ist, drei der zahlreichen Sparvorschläge „zu überdenken und möglichst zu revidieren“. Andernfalls werde sich der Sender seiner Einschätzung nach selbst schädigen.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Geradezu „verheerend“ sei der öffentliche Eindruck, der durch die vorgesehene Einstellung des bisher um 21.45 Uhr gesendeten „Hessenjournals“ entstehe, heißt es in dem Schreiben Al-Wazirs. Es könnte dadurch der Anschein erweckt werden, dass der HR seine wichtigste Aufgabe, Informationen aus Hessen zu senden, vernachlässige. „Die Stärke, ja, einer der eigentlichen Gründe für die Existenz des dritten Fernsehprogramms ist die regionale Information.“ Wenn diese nicht der Schwerpunkt beim HR-Fernsehen bleibe, stelle sich für den Sender „irgendwann in der öffentlichen Debatte und in der Folge real die Existenzfrage“.

          „Mein Hessischer Rundfunk“

          Al-Wazir beklagt zudem den vorgesehenen Verzicht auf die nachmittägliche Hörfunksendung für Kinder „HR 2-Domino“ und den Wegfall der bisher auf der Mittelwelle laufenden muttersprachlichen Sendungen am Abend sowie der dafür zuständigen Redaktion. Er weist darauf hin, dass ein Viertel der Menschen in Hessen einen Migrationshintergrund hätten. Und wenn sich gerade die Jüngeren, die der öffentlich-rechtliche Rundfunk so dringend als Hörer brauche, zunehmend dem Internet zuwendeten, müsse das Radio mit eigenen Angeboten und Inhalten gegensteuern.

          Wie berichtet, muss der HR nach Angaben von Intendant Reitze bis 2012 rund 64 Millionen Euro sparen. Al-Wazir hebt in seinem Brief hervor, dass es bei den drei von ihm kritisierten Einsparvorschlägen lediglich um einen Bruchteil dieser Summe gehe. Ihm sei auch bewusst, dass der Rundfunkrat, der heute tagt, nicht die Entscheidung darüber treffe, was der Sender – den Al-Wazir als „meinen Hessischen Rundfunk“ bezeichnet – in seinen Programmen biete, sondern lediglich „eine programmbegleitende, eher beratende Funktion“ habe. Dennoch habe er sich dazu entschieden, sich an Reitze zu wenden, „weil ich glaube, dass der HR gerade dabei ist, sich selbst zu schaden“

          „Falsche Entscheidungen revidieren“

          Wohl sei es schwer, einmal getroffene und öffentlich gewordene Entscheidungen zu revidieren, räumt der Grünen-Politiker weiter ein. „Ich glaube aber fest daran, dass es besser ist, falsche Entscheidungen zu revidieren, als aus Angst vor der folgenden Häme an ihnen festzuhalten.“

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