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Digitalangebot des Städel : Mit Beckmann auf dem Sofa

Abseits der Manege: Max Beckmann, „Zirkuswagen“, 1940 Bild: Städel Museum – U. Edelmann

Das Städel Museum in Frankfurt hat mit „Museum für zu Hause“ ein neues Digitalangebot aufgestellt. So kann sich der mittlerweile entwöhnte Kunstfreund etwa auf Max Beckmann einlassen.

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          Die ersten Veranstaltungen sind schon ausgebucht, und sie versprechen, was wir schon ganz am Anfang der Pandemie von den Museen erhofft hatten: digitale Erlebnisse der interaktiven Art und nicht nur hübsch aneinandergereihte Text-Bild-Strecken im Internet.

          Michael Hierholzer

          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          Nun aber, da der Lockdown anhält und die Kultur auch auf der neuen Prioritätenliste der Kanzlerin, die gerade durchgesickert ist, nicht weit vorne steht, lässt sich manche Schau doch immerhin etwas eingehender betrachten. Menschen aus dem Städel, die sich auskennen und ihr Wissen zu vermitteln bestens in der Lage sind, treten mit den Besuchern in Dialog. Materialien werden bereitgestellt, Führungen durch fertig aufgebaute Ausstellungen angeboten. Gegen geringes Entgelt.

          So kann sich der interessierte und real existierender Exponate mittlerweile entwöhnte Kunstfreund etwa auf Max Beckmann einlassen. Die auf Lockerungs-Zeiten wartende Präsentation im Städel-Museum kommt per Technik-Trick in Wohn- oder andere Zimmer, mit aufs Sofa oder ins Büro, wo man eine verlängerte Mittagspause mit Essen to go aus der Kantine kulturell anreichern kann. Vielleicht klärt sich dann ja auch auf, warum Beckmann auf seinem „Selbstbildnis mit Sektglas“ nicht etwa schnöden deutschen Schaumwein trinkt, sondern Champagner. Etwas anderes kam ihm nicht ins langstielige Trinkgefäß.

          Beckmanns Jahre in Frankfurt, wo er nach den Erfahrungen im Ersten Weltkrieg versuchte, seine Traumata zu heilen, und wo er als Rektor der Städelschule eine besonders produktive Schaffensphase hatte, werden in der Schau beleuchtet. Das Verhältnis zwischen Künstler und Städelschem Kunstinstitut war ein enges, die Ausstellung dröselt es auf, und das jüngst erworbene Gemälde mit dem perlenden Seelentröster steht natürlich im Mittelpunkt.

          Es gibt viele Details zu entdecken

          Wer an einer „Online-Tour“, „Online-Session“ oder einem „Online-Dialog“, so die drei derzeit verfügbaren Formate, teilnehmen will, möge sich im „Online-Shop“ des Städel-Museums anmelden. Dort können Tag und Uhrzeit gewählt und genauere Informationen eingeholt werden. Auch im Angebot: „Schaulust“, die Ausstellung der Graphischen Sammlung mit Werken der niederländischen Zeichenkunst aus dem 18. Jahrhundert. Da ist es schon besser, mit den Fachleuten gemeinsam genau hinzuschauen, denn es gibt viele Details zu entdecken. Auch der Austausch mit anderen digital eingewählten Gästen ist möglich. Gemeinsam ist man weniger einsam. Mit der Kunst und überhaupt.

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