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Hygienekonzept abgelehnt : Staatstheater Wiesbaden bis Sonntag geschlossen

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Vorübergehend geschlossen: Das Staatstheater Wiesbaden. Bild: Frank Röth

„Frankenstein Junior“ fällt aus: Die Premiere des Musicals am Staatstheater Wiesbaden muss abgesagt werden, da das Hygienekonzept vom Kunstministerium nicht genehmigt wurde.

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          Das Staatstheater Wiesbaden kündigte am Freitag seine Schließung bis einschließlich Sonntag an, die Premiere des Musicals „Frankenstein Junior“ entfällt. Das hessische Kunstministerium habe dem Haus kurzfristig untersagt, Vorstellungen im Schachbrettmuster anzusetzen. Ein entsprechendes Hygienekonzept hatte nach Darstellung des Theaters  das Gesundheitsamt Wiesbaden genehmigt. Schon am 18. September hatte das Theater höhere Platzkapazitäten angekündigt. Nun soll rasch eine Lösung gefunden werden, wie die Karten rückabgewickelt und nach dem alten Konzept mit nur 250 statt 500  Plätzen im Großen Haus gespielt werden kann. 

          Die hessische Kunstministerin Angela Dorn (Die Grünen) widersprach der Darstellung des Theaters. Weder habe ihr Haus Vorstellungen untersagt, noch habe das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Wiesbaden dem Theater eine Sitzordnung genehmigt, die einen geringeren Mindestabstand als die vorgeschriebenen 1,50 Meter nach allen Seiten zulasse. Eine solche Sitzordnung widerspreche geltendem Recht.

          Es habe gemeinsame Gespräche darüber gegeben, das Theater habe Unterstützung nicht angenommen, eine Absage der Aufführungen sei keine Option gewesen, aufgrund des Schadens für das Publikum und den Kulturbetrieb. Es sei „die ureigene Aufgabe der Leitung eines Staatstheaters, den Spielbetrieb unter Einhaltung aller geltenden Gesetze und Verordnungen zu gewährleisten.“  Das Ministerium werde den Vorgang und seine Konsequenzen „zeitnah prüfen“.

          In Frankfurt können die Kultureinrichtungen derweil aufatmen: Die Frankfurter Bühnen dürfen von sofort an ihre Plätze im Schachbrettmuster vergeben, unter Wahrung des Mindestabstands. Dies bestätigte ein Sprecher der Oper. Es gebe eine „erhebliche Erleichterung für die Frankfurter Kultureinrichtungen“, so Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD).

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