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Gebremstes Beethoven-Jahr : Nur ein bisschen BTHVN2020 gegen Corona

  • -Aktualisiert am

Kein Jubiläum für Beethoven: Wegen Corona fällt die jahrelang geplante Veranstaltung aus (Symbolbild). Bild: dpa

Gegen Corona kommt auch Beethoven nicht an: Das Jubiläumsprogramm BTHVN2020 muss ausfallen. Das Staatstheater Mainz hat sich dennoch etwas einfallen lassen.

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          Aus dem B-Jahr ist ein C-Jahr geworden: Statt Beethoven nun Corona. Das über Jahre hinweg generalstabsmäßig geplante Veranstaltungsprogramm der BTHVN2020 Beethoven Jubiläums GmbH, zu der sich der Bund, das Land Nordrhein-Westfalen, der Rhein-Sieg-Kreis und die Geburtsstadt Bonn schon 2016 zusammenschlossen, ist größtenteils Makulatur.

          Zugegeben: Allzu groß waren die inhaltlichen Erwartungen unter Musikern und Fachleuten nicht, eher die Befürchtungen, dass vor allem die allseits bekannten Werke, die ohnehin weltweit zu den meistgespielten zählen, bis zum Überdruss erklingen würden. Ermüdend wäre das gewesen und dem revolutionären Geist des vor 250 Jahren geborenen Meisters zuwider.

          Dass etwa der für Ende April angesetzte Zyklus mit allen neun Sinfonien und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Paavo Järvi in der Alten Oper entfiel, dass jetzt im Juli nicht noch einmal alle fünf Klavierkonzerte mit dem Chamber Orchestra of Europe und Jan Lisiecki beim Rheingau Musik Festival zu hören waren und dass dort nun auch nicht Anne-Sophie Mutter zum hundertsten Mal das Violinkonzert spielen wird, erscheint vom ästhetischen Erkenntnisgewinn her zu verschmerzen.

          Bedauerlicher ist da schon, dass etwa die Gegenüberstellung der Neunten mit einem neuen Werk des chinesischen Komponisten Tan Dun in Wiesbaden vorerst ausfallen oder dass die ins BTHVN2020-Programm eingebundene Uraufführung eines Orchesterzyklus von Heiner Goebbels mit dem Ensemble Modern Orchestra in den August 2021 verschoben werden musste. Ganz zu schweigen von den vielen kleinen, löblichen, kreativen Projekten. Das Staatstheater Mainz immerhin hat schnell auf die Corona-Krise reagiert und einen Film produziert, der bald ein Zeitdokument sein wird. Titel: „Beethoven – Ein Geisterspiel“.

          Guido Holze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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