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Der Song : Von der Obsession zum Überdruss

Für seinen Soundtrack bekannt: Die Netflix-Serie „Sex Education“ verursacht Ohrwürmer. Bild: Sam Taylor/Netflix

Manchmal entdeckt man einen neuen Song, der einen so begeistert, dass man ihn den ganzen Tag hören könnte. Oft schadet die Dauerschleife der Liebe zum Lied aber nur.

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          Passiert Ihnen das auch manchmal, dass Sie einen neuen Song entdecken und nicht mehr aufhören können, ihn anzuhören, bis sie ihn plötzlich gar nicht mehr ertragen können? Ist mir dieser Tage wieder geschehen. Ich hatte ihn aus „Sex Education“, einer Serie, die ich grade wieder schaue und die bekannt ist für ihren Soundtrack. „Dancing With Myself“ von Generation X ist der beste Song, wenn an einem langen Arbeitstag die Energie weg ist und Nachschub nötig ist. Oder wenn es was zu feiern gibt. Oder wenn man ihn einfach nur so hört, weil es gut tut zu tanzen, daheim vor dem Sofa auf dem Teppich, beim Spazierengehen, zwischendurch im Büro und überall sonst auch.

          Wenn ich es damit nur nicht so übertrieben hätte. Jetzt bin ich so weit, dass die Melodie in meinem Kopf im Kreis herumspielt wie eine hängengebliebene Platte und anfängt, mich zu nerven. Das war ziemlich unklug von mir, weil der Song das nicht verdient hat. Außerdem hätte ich es besser wissen müssen, schließlich habe ich das schon öfter erlebt. Mit Bowies „Rebel Rebel“, Ezra Furmans „Love you so bad“ oder „Islands“ von The XX.

          Bin ich eine Banausin? Oder ist das ganz normal? Vielleicht muss ich einfach dazulernen: Die neue Entdeckung nicht in Dauerschleife hören. Zwischendurch Altbekanntes auflegen und mich dann umso mehr freuen, wenn der neue Song wieder so richtig zündet. Oder noch besser: Einfach noch mehr Musik entdecken.

          Anna-Sophia Lang
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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