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Simon Rattle mit Bruckner : In sechs Sätzen

  • -Aktualisiert am

Für seine schlanken Bruckner-Deutungen bekannt: Simon Rattle Bild: EPA

Simon Rattle hat mit dem London Symphony Orchestra in der Frankfurter Alten Oper verschiedene Fassungen von Anton Bruckners Sinfonie Nr. 4 Es-Dur zum Vergleich gestellt.

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          In nicht weniger als acht Versionen lasse sich Anton Bruckners Sinfonie Nr. 4 Es-Dur, die „Romantische“, hören: Das Spektrum der Möglichkeiten, das Simon Rattle zu Beginn seines Gastkonzerts mit dem London Symphony Orchestra dem Publikum in der Alten Oper erläuterte, geht deshalb weit über das hinaus, was die übliche Differenzierung nach den beiden Fassungen von 1874 und 1878 nahelegt. Die Änderungen, die Bruckner vornahm, bis die Sinfonie 1881 schließlich in Wien uraufgeführt wurde, mögen seinem skrupulösen Wesen, aber auch der Herausforderung geschuldet gewesen sein, Sinfonien in einem Umfang zu komponieren, den bis dahin nur Beethovens Neunte erreicht hatte: Auch darauf wies Rattle hin, der das Konzert als „Blick ins Atelier des Komponisten“ bezeichnete.

          Denn der Aufführung der Zweitfassung hatte Rattle Versionen des dritten und des vierten Satzes vorangestellt, die der Dirigent und Musikwissenschaftler Benjamin-Gunnar Cohrs als „ausgeschiedene Sätze der zweiten Fassung“ in die von ihm seit 2015 in Wien edierte Urtext-Gesamtausgabe Bruckners aufgenommen hat. Besonders signifikant fiel der Unterschied der beiden Scherzo-Fassungen ins Gewicht: Der von 1876 stammende, aus der Erstfassung entwickelte dritte Satz mit seinem ständig wiederkehrenden Hornsignal wurde dank der scharf geschliffenen Intonation des ersten Hornisten in seinem nervös-düsteren Charakter besonders kenntlich und stand damit in deutlichem Kontrast zum Geschmetter des späteren „Jagd“-Scherzos.

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