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Kulturelle Aneignung : Reinheit ist Illusion

Shantels Musik setzt sich aus vielen kulturellen Einflüssen und Entwicklungen zusammen. (Archivbild) Bild: Wonge Bergmann

Wenn über „kulturelle Aneignung“ diskutiert wird, muss auf die Empörung nicht lange gewartet werden. Im Frankfurter Klub Zoom wollte man es anders machen: Musiker Shantel lud zur Debatte.

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          Wenn über „kulturelle Aneignung“ gesprochen wird, muss auf die Empörung meist nicht lange gewartet werden. Wer Stereotypen in Winnetou-Filmen und -Büchern kritisiert und hinterfragt, ob diese noch zeitgemäß sind, wird dann schnell als Verbots-Apologet, als Verfechter der „Cancel Culture“, beschimpft. Dass es diese tatsächlich gelegentlich gibt (das jüngste Beispiel stammt aus Bern, wo eine aus weißen Musikern bestehende Reggae-Band ihren Auftritt abbrechen musste, weil sie „schwarze Kultur“ ausbeuten würde), wird von der Gegenseite gerne unterschlagen. So wird meist unversöhnlich gegeneinander gewettert. In der Regel: ohne Erkenntnisgewinn.

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im Frankfurter Klub Zoom wollte man es am Montagabend besser machen. Der Musiker Stefan Hantel, bekannt unter seinem Pseudonym Shantel, hatte zu Diskussion plus Musikprogramm geladen. Den ersten Teil des Abends absolvierte er als Solo. Hantel sprach darüber, wie die Musik, die er auflegte und produzierte, im Lauf seiner Karriere immer eklektischer und „heterogener“ wurde – und welche Rolle die Wurzeln seiner Familie in der heute ukrainischen Stadt Czernowitz und in Griechenland dabei spielten. Und er spielte, begleitet von zwei Streicherinnen, ein Akustik-Medley.

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