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Tanzfestival Rhein-Main : Schau anders hin

Brückenbauer: Szene aus „Story water“, zu erleben beim Tanzfestval Rhein-Main Bild: © Julia Gat

Von Kinderstück bis Tanztag für alle: Das dritte Tanzfestival Rhein-Main versammelt internationale Tanzstücke. Diversität und die Musik stehen dabei im Mittelpunkt.

          Am 10. November ist es wieder so weit: In sämtlichen großen, vielen mittleren und kleinen Städten und Gemeinden öffnen Tanzstudios, Ballettschulen, Vereine ihre Türen für den mittlerweile sechsten Tanztag Rhein-Main. Alle können mitmachen, von Streetdance über Modern Dance bis langsamer Walzer – nur für das Spitzenschuhtraining empfehlen sich womöglich Vorkenntnisse.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Tanztag für Interessierte jeden Alters, in seiner Größe und Reichweite einmalig in Deutschland, hat vor drei Jahren eine neue Heimat gefunden: Seither ist er Teil des Tanzfestivals Rhein-Main. Von morgen an bis zum 18. November werden in Darmstadt, Wiesbaden und Frankfurt internationale zeitgenössische Choreographien gezeigt, wer mag, kann mit dem Shuttlebus fahren und währenddessen Einführungsvorträge hören.

          Klang-Tanz-Körper

          Im Mittelpunkt stehen diesmal Diversität und die Verbindung von Musik und Tanz – heutzutage keine Selbstverständlichkeit. Mit der Kooperation „Story Water“, die Emmanuel Gats Compagnie mit dem Ensemble Modern beim Festival in Avignon uraufgeführt hat, kommt ein Klang-Tanz-Körper ins Frankfurt Lab, der griechische Choreograph Christos Papadopoulos lässt in „Opus“ das Staatsorchester Darmstadt tänzerisch aufspielen und seine Tänzer zu Instrumenten werden.

          Für Diversität und Inklusion stehen Saša Asentićs „Dissylphide“, erarbeitet mit Tänzern und Performern in einem inklusiven Ensemble, das sich mit drei Schlüsselwerken der deutschen Tanzgeschichte auseinandersetzt. Die schottische Künstlerin Claire Cunningham fragt mit dem amerikanischen Choreographen Jess Curtis in „The Way You Look (at me) Tonight“ danach, wie wir unsere Körper wahrnehmen – sie mit Krücken, er ohne.

          Die Tanzplattform, der Verbund aus Frankfurter Mousonturm und Hessischem Staatsballett, den eine Stiftungsallianz in seiner ganzjährigen Arbeit von Profitraining bis Arbeitsmöglichkeiten für lokale Künstler unterstützt, hat sich mit dem Festival auch selbst ein Schausfenster und einen Höhepunkt geschaffen: Was in der Saison durch Residenzen und Gastspiele geschaffen wird, kann dort gezeigt werden, in diesem Jahr etwa ein Debüt des Wiesbadener Tänzers Taulant Shehu namens „Dua“ oder Ayla Pierrot Arendts „Harmless Being“, die für sich selbst das Genre „Videochoreographie“ erfunden hat.

          Zu sehen sind mit „Fake“ und „Sadeh21“ zwei Produktionen des Hessischen Staatsballetts und eine dritte, deren Uraufführung geradezu programmatisch das Festival morgen zu ungewöhnlicher Zeit eröffnet: „Labyrinth“, ein Tanzstück des Staatsballetts für Kinder von drei bis sechs Jahren von Biruté Baneviciuté. Überhaupt gibt es viele Angebote für Kinder und Jugendliche, nicht nur am Tanztag – auch das steht für Teilhabe und Gemeinsamkeit.

          Tanzfestval Rhein-Main, Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden, 2. bis 18. November.

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