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Kunstsammlung von Johann Prehn : Im Schlaraffenland der Bilder

Klappkastenkosmos: Hohe Kunst wie das „Paradiesgärtlein“ (links in der Mitte) kombinierte Prehn mit Kopien, Dutzendware und Skurrilitäten. Bild: Historisches Museum Frankfurt

Die Sammlung des Frankfurter Zuckerbäckers Johann Valentin Prehn ist einzigartig. Jetzt wurden die Geheimnisse der 812 Miniaturen ergründet.

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          Ein Zuckerbäcker der Goethezeit war kein Handwerker, sondern ein Künstler. Die Werke, die er aus Zuckermasse, Eiern, Mandeln, seltenen Südfrüchten, allerhand Sämereien, wertvollen Gewürzen und geheimnisvollen Farbstoffen erstehen ließ, hatten mehr mit Bildhauerei als mit Backen zu tun. Deshalb waren die Frankfurter Konditoren und Spezereihändler des 18. Jahrhunderts auch keiner Zunft unterworfen. „Ein Conditor gehöret zu den Künstlern, und darf in den bildenden Künsten kein Fremdling seyn“, heißt es in einer Berufsbeschreibung von 1793.

          Matthias Trautsch
          Koordination Reportage Rhein-Main.

          Einen Laib Sauerteigbrot sollte man von solch einem Musenfreund dementsprechend nicht verlangen, andererseits war die Zuckerbäckerei das ziemliche Gegenteil einer brotlosen Kunst: Der Spezereihandel gehörte zu den wichtigsten Geschäftsbranchen der Stadt, unter anderen kamen Johann Friedrich Städel und die Familie Brentano so zu ihrem beträchtlichen Vermögen. Einer der erfolgreichsten Zuckerbäcker war der wie Goethe 1749 in Frankfurt geborene Johann Valentin Prehn.

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