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Sängerin Zaz : Authentisch und nahbar

Vielseitig: Auch auf ihrem aktuellen Album changiert Zaz zwischen Chanson, Jazz, Blues, Folk und Rock. Bild: Yann Orhan

Von der Straße in die Hallen: Die französische Nouvelle-Chanson-Sängerin Zaz kommt mit ihrem neuen Album am 13. Februar in die Frankfurter Festhalle.

          Isabelle Geffroy wusste schon früh, was sie wollte. Bereits als vierjähriges Mädchen soll sie nämlich verkündet haben, sie werde Sängerin. Davon ließ sich die am 1. Mai 1980 in Tours geborene Isabelle auch nicht mehr abbringen. Im Alter von sieben Jahren kam sie beim Casting eines Rundfunksenders auf einen bemerkenswerten zweiten Platz, vertraute später dann aber lieber einer Ausbildung als nur dem Glück. Am Konservatorium in Tours erhielt sie ersten Musikunterricht und studierte dann Musik in Bordeaux, wo sie auch in verschiedenen Bands sang, bevor die große Metropole an der Seine lockte: Paris.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          2006 zog Zaz, so der Spitzname von Isabelle Geffroy, nach Paris, wo sie unter anderem im Ensemble eines Cabarets sang. In jenen Tagen lernte sie auch den Produzenten Kerredine Soltani kennen, mit dem sie anfing, an Songs zu arbeiten. Daneben spielte und sang sie mit zwei befreundeten Musikern auch immer mal wieder auf den Straßen von Montmatre.

          Der Durchbruch mit „Je veux“

          Unter den Liedern, die sie mit Soltani erarbeitete, war auch eines mit dem Titel „Je veux“, das ihr nicht nur in Frankreich, sondern auch in Belgien, der Schweiz, in Österreich und vor allem auch in Deutschland den Durchbruch bescheren sollte. Monatelang lief das beschwingte, bei Jazz und Folk Anleihen nehmende Chanson in Dauerrotation bei den Radiosendern, und Zaz war auf einmal ein Star. Allerdings einer, den die ganze Aufregung nicht abheben ließ. Zaz vergaß nicht, dass sie als Musikerin auch etliche Jahre von der Hand in den Mund gelebt hatte.

          Mit den Songs ihres im Jahr 2010 veröffentlichten Debütalbums „Zaz“ ging die Sängerin daher auch nicht gleich auf eine Tournee durch große Hallen, sondern sie startete trotz immenser Nachfrage in Auftrittsorten von überschaubarer Größe, die ihr weiter die Möglichkeit gewährten, intuitiv auf die Reaktionen des Publikums eingehen zu können.

          Pläne für einen Film über Edith Piaf und Tour

          Diese Entscheidung sollte sich als richtig erweisen, gilt Zaz doch auch heute noch als authentische, nahbare, spontane Musikerin, selbst wenn sie längst in großen Häusern und bei Festivals auftritt. Auch dort entzückt sie mit ihrer rauhen, frech klingenden Stimme, die ihr die in Frankreich vermutlich obligaten Vergleiche mit Edith Piaf eingebracht haben. Sogar für ein Filmprojekt über die Piaf mit ihr in der Hauptrolle ist Zaz vorgesehen, hat sie vor kurzem der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ bestätigt, doch sei für dieses Projekt bislang nur an zwei Tagen gedreht worden.

          Wesentlich konkreter sind da ihre musikalischen Pläne. Nachdem Zaz von 2010 bis 2017 fortwährend auf Tourneen gegangen und in allen Ecken der Welt aufgetreten war, hat sie vergangenes Jahr eine Auszeit vom Konzertleben genommen und ihr Album „Effet miroir“ fertiggestellt, das erste Studioalbum seit dem im Jahr 2014 veröffentlichten Werk „Paris“. 15 Lieder hat sie dafür aufgenommen, die wieder im für Zaz typischen Kosmos von Chanson, Jazz, Blues, Folk und Rock zu verorten sind. Auf „Toute ma vie“ klingt sogar der Motown-Soul der Supremes an, was dem Song jenen Mutmacher-Anstrich verleiht, für den die französische Sängerin, die mittlerweile etwas außerhalb von Paris wohnt, allerorts geschätzt wird. Bei einigen Auftritten in Deutschland lässt sich in den nächsten Tagen gleich die Probe aufs Exempel machen.

          ZAZ 13. Februar, 20 Uhr. Frankfurt, Festhalle, Eingang City der Messe

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