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Comeback von Sänger Maze Exler : Zurück aus dem Sumpf

Die netten Jungs von nebenan: Maze Exler (links) mit der Band „Pictures“. Bild: David Diwiak

Mit der Band „Pictures“ feiert Sänger und Gitarrist Maze Exler nach einem tiefen Fall sein Comeback. Die Drogensucht hat er hinter sich gelassen. Heute Abend spielt die Gruppe im Schlachthof in Wiesbaden.

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          Dies ist die Geschichte eines tiefen Falls und einer glücklichen Wiederkehr. Sie beginnt im niedersächsischen Bad Bentheim, wo vier junge Burschen im Jahr 2001 eine Band mit dem Namen Union Youth gründeten. Sie probten wie die Irren, nahmen Songs auf und hielten verdammt große Stücke auf sich. „Wir versprechen, die beste Band aller Zeiten zu werden. Wenn ihr das nicht glaubt – fuck off“ krakelten sie etwa auf ein Demo-Tape. Diese Demos schickten sie an alle möglichen Plattenfirmen, auch welche in Amerika, von wo sie schließlich auch ein Angebot erhielten. Fred Durst, Sänger von Limp Bizkit und Besitzer des Labels Flawless Records, wollte die jungen Deutschen aus der Provinz unter Vertrag nehmen, klangen die doch tatsächlich wie Wiedergänger von Nirvana.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Sänger und Gitarrist Maze Exler mochte diesen Vergleich allerdings gar nicht, und er war es auch, der den Deal platzen ließ, weil er nicht nur eine zu große Einflussnahme Dursts, sondern ganz grundsätzlich um sein Wohl fürchtete. Wie recht er mit seiner Angst um sich haben sollte, zeigt der 2017 veröffentlichte Dokumentarfilm „Könige der Welt“ von Christian von Brockhausen und Timo Großpietsch, der nicht nur die Geschichte von Union Youth, sondern vor allem jene von Maze Valentin zeigt. Der nahm mit Union Youth zwar tatsächlich noch zwei Alben auf und ging auch auf Tournee, doch steckte er da schon in einem Strudel aus Alkohol, Drogen und Depressionen, dem er lange nicht mehr entkommen sollte. 2006 löste sich die Band auf.

          Die Gallagher-Brüder wären neidisch

          Maze Valentin brachte schließlich eine Entziehungskur erfolgreich hinter sich. Schon vorher hatte er aber wieder Bande zu einigen Kumpels und Bandmitgliedern aus Union-Youth-Tagen geknüpft, mit denen er begann, unter dem Namen Pictures neue Songs aufzunehmen, nun allerdings keinen Grunge mehr, sondern Brit-Pop, so wie er einst in den Anfangstagen von Oasis gespielt wurde.

          Das ist zwar ziemlich aus der Zeit gefallen, doch wer dem Pictures-Debüt „Promises“ aus dem Jahr 2017 und erst recht ihrem neuen Album „Hysteria“ lauscht, kann sich nicht des Gedankens erwehren, dass Liam Gallagher für jeden einzelnen Pictures-Song seinen linken Arm und seine Sonnenbrillen-Sammlung obendrein geben würde und Noel Gallagher oder Richard Ashcroft zumindest die Hälfte der Songs auf ihren letzten Soloalben austauschen und stattdessen die Kompositionen von Exler und Pictures-Gitarrist Ole Fries wählen würden. Jubilierende Melodien mit klingelnden Gitarren, mit großem Herzen dargeboten. Im Vorprogramm spielt Emma Elisabeth, die auch auf dem „Hysteria“-Album als Gastsängerin zu hören ist.

          Dieser Beitrag entstammt der Kultur- und Freizeitbeilage, die jeweils donnerstags mit der Rhein-Main-Zeitung der F.A.Z. erscheint.

          Konzert in Wiesbaden

          Mit Songs aus ihrem neuen Album „Hsyteria“ tritt die Band „Pictures“ heute Abend, den 4. April, im Schlachthof in Wiesbaden auf. Das Konzert beginnt um 20 Uhr in der Murnaustraße 1.

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